UNHCR-Bericht: Millionen Flüchtlinge laut UN nicht sicher in Zufluchtsländern

Datum16.06.2026 15:36

Quellewww.zeit.de

TLDRLaut UNHCR benötigt 2,4 Millionen Flüchtlinge weltweit eine Umsiedlung, da sie in ihren Zufluchtsländern unsicher oder unterversorgt sind und nicht zurückkehren können. Deutschland hat die Aufnahme reduziert. Das UNHCR fordert eine Umsiedlung von Menschen mit unerfüllbaren medizinischen Bedürfnissen und von Frauen, die Zwangsprostitution erleben. Trotz eines erwarteten Rückgangs der Umsiedlungsbedarfe angesichts von Zwangsrückführungen nach Afghanistan und anderen Ländern bleibt die Situation angespannt. Nur wenige Flüchtlinge finden jährlich eine neue Heimat.

InhaltWeltweit können 2,4 Millionen Geflüchtete nach UN-Angaben nicht ausreichend versorgt werden oder sind in unsicheren Ländern. Zugleich können sie demnach nicht heimkehren. Millionen Flüchtlinge sind weltweit nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nicht sicher in ihren jeweiligen Zielländern. Wie die UN-Organisation mitteilte, geht sie für kommendes Jahr von 2,4 Millionen Menschen aus, die in ihren Zufluchtsländern entweder nicht ausreichend sicher sind oder nicht gut genug versorgt werden können – jedoch auch nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren könnten.  Zu den Gründen dafür gehört nach Angaben der Organisation, dass viele Länder die Umsiedlung oder Aufnahme bedürftiger Flüchtlinge stark reduziert oder ausgesetzt hätten, darunter auch Deutschland. Das geschehe etwa unter dem Argument, dass die Versorgung bereits aufgenommener Flüchtlinge zunächst gesichert werden müsse.  Das UNHCR fordert vor allem die Umsiedlung von Menschen, die medizinische Bedürfnisse haben, welche in ihren jeweiligen Zufluchtsländern nicht erfüllt werden können, sowie von Frauen, die zu Sexarbeit gezwungen wurden und deshalb in ihrer Familie und Gesellschaft geächtet werden.  Die Zahl von 2,4 Millionen Menschen, die im kommenden Jahr eine Umsiedlung benötigen würden, sei ein "leichter Rückgang" im Vergleich zu 2026, teilte das UNHCR weiter mit. Auch bis 2028 wird demnach ein leichter Rückgang erwartet – unter anderem, weil wieder mehr Menschen nach Syrien zurückkehren, nachdem dort Ende 2024 das Regime von Baschar al-Assad gestürzt wurde.  Allerdings bedeute ein Rückgang nicht immer eine gute Nachricht. So hätten etwa Pakistan und der Iran hunderttausende Menschen zur Rückkehr nach Afghanistan gezwungen, trotz der dortigen Sicherheits- und Versorgungslage. Fast 360.000 Afghaninnen und Afghanen würden weiterhin eine Umsiedlung benötigen. Das treffe auch auf mehr als 307.000 Geflüchtete aus dem Südsudan und 306.000 Flüchtlinge aus dem Sudan zu.  296.000 umsiedlungsbedürftige Flüchtlinge leben nach UNHCR-Angaben derzeit in Äthiopien, 216.000 in der Türkei und fast 199.000 in Uganda. Unter den zehn Staaten mit den meisten aufgenommenen Menschen, die aber ein anderes Aufnahmeland bräuchten, befinden sich demnach sechs afrikanische Staaten. Die UN-Organisation beklagt das Missverhältnis zwischen umsiedlungsbedürftigen Flüchtlingen und Menschen, die eine neue sichere Heimat gefunden hätten: Letzteres traf im vergangenen Jahr etwa für nur 37.000 Menschen zu, nach 116.000 im Jahr 2024.  Dem UNHCR zufolge sind derzeit 117,8 Millionen Menschen weltweit geflüchtet oder vertrieben, fast 42 Millionen von ihnen mussten in ein anderes Land fliehen. Das waren 5,4 Millionen Menschen weniger als im Vorjahr. Auch hier warnt das UNHCR davor, den Rückgang ausschließlich positiv zu bewerten: Viele Menschen hätten unter Druck in Länder oder Regionen zurückkehren müssen, in denen sie nicht sicher leben könnten. Das erhöhte das Risiko für neue Fluchtbewegungen.