Datum16.06.2026 14:50
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 61-jähriger Schwede wurde zu über vier Jahren Haft verurteilt, weil er seine Ehefrau drogenabhängig machte und online sexuell ausbeutete. Er zwang sie zu Sex mit mindestens 120 Männern und machte damit rund 46.000 Euro Gewinn. Das Gericht sprach ihn der schweren Zuhälterei, versuchten Vergewaltigung und weiterer Delikte schuldig. Mehrere Männer wurden ebenfalls verurteilt.
InhaltEr machte seine Frau drogenabhängig und bot sie im Internet anderen Männern gegen Geld zum Sex an. Nun ist der 61-Jährige zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. "Rücksichtslos ausgenutzt": Ein schwedisches Gericht hat einen 61-jährigen Mann zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, weil er seine Ehefrau zu bezahltem Sex mit mindestens 120 Männern gezwungen hatte. Das Gericht in Härnösand sprach den Mann wegen schwerer Zuhälterei, versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung und wegen eines Drogenvergehens schuldig. Er habe seine Frau über Jahre "rücksichtslos ausgenutzt", so das Gericht. Der Fall hatte in Schweden für Fassungslosigkeit und für Vergleiche mit den Verbrechen gegen die Französin Gisèle Pelicot gesorgt. Die Französin wurde über Jahre von ihrem Mann immer wieder betäubt und dutzenden Männern zur Vergewaltigung angeboten. Der Mann in Schweden hatte seine Frau laut Anklage gefügig gemacht, indem er sie von Drogen und Alkohol abhängig machte. Die Frau habe zudem "große Angst" vor ihrem Mann gehabt, wie Staatsanwältin Ida Annerstedt zu Prozessbeginn im April sagte. Er habe seiner Frau gedroht: Verärgere sie ihn, werde "das Monster freigelassen". Im Internet bot der Mann seine Frau zu bezahltem Sex an und verdiente damit laut Anklage zwischen 2022 und 2025 mehr als 500.000 schwedische Kronen (etwa 46.000 Euro). Der Angeklagte habe "den Einstieg der Frau in die Prostitution" in die Wege geleitet und auch den "Großteil der Organisation" übernommen, stellte Richter Johan Ahlberg in seinem Urteil fest, in dem er den Fall als schwere Zuhälterei einstufte. Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann auch wegen Vergewaltigung in acht Fällen angeklagt und zehn Jahre Haft gefordert. Von den Vergewaltigungsvorwürfen sprach der Richter ihn aber frei: In sieben Fällen sei nicht klar, ob die Frau dem Geschlechtsverkehr zugestimmt habe, und im achten Fall sei nicht klar, welche sexuellen Handlungen vollzogen worden seien. Im Laufe der Ermittlungen waren 120 Männer identifiziert worden, die für Sex mit der Frau bezahlt hatten. 29 von ihnen konnten nach Gerichtsangaben strafrechtlich verfolgt und 28 verurteilt werden. Zwei von ihnen wurden zu Haftstrafen veurteilt, die anderen zu Geld- oder Bewährungsstrafen. Der Verkauf von Sex ist in Schweden nicht illegal, die Inanspruchnahme bezahlter sexueller Handlungen hingegen schon. Das Fördern oder Profitieren von Prostitution ist ebenfalls illegal. Ist Deutschland wirklich der "Puff Europas", wie Julia Klöckner sagt? In den Rotlichtvierteln Deutschlands arbeiten offiziell rund 32.300 Prostituierte, die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt. Die Bundestagspräsidentin forderte im vergangenen Jahr ein Sexkaufverbot wie in Schweden. Mehr über Prostitution in Deutschland lesen Sie hier .