Datum16.06.2026 10:42
Quellewww.zeit.de
TLDRDie iranische Fußballnationalmannschaft beklagt sich über erschwerte Bedingungen bei der WM. Trainer und Kapitän kritisieren fehlende Visa für Teambestandteile und beklagen sich über kurzfristige Reisebestimmungen, obwohl ein Friedensabkommen zwischen Iran und USA besteht. Ein geplantes US-Quartier wurde verlegt und das Team musste kurzfristig aus den USA ausreisen. Die Mannschaft fordert Hilfe von der FIFA.
InhaltTrotz des Friedensabkommens zwischen USA und Iran hat die iranische Mannschaft bei der WM weiter eine Sonderrolle. Trainer und Kapitän beklagen sich. Nach ihrem WM-Auftaktspiel gegen Neuseeland hat sich die iranische Nationalmannschaft über die erschwerten Umstände beklagt, die für sie herrschen. "Wir sind das am meisten unterdrückte Team im Turnier", sagte Trainer Amir Ghalenoei. Kapitän Mehdi Taremi kritisierte das Fehlen des Medienteams, des Verbandschefs und weiteren Teilen des Teams, die kein Visum für die USA erhalten hatten. "Das ist ein Desaster", sagte Taremi, "diese Leute sind wichtig für uns". Wegen des Kriegs zwischen dem Iran und WM-Gastgeber USA war es lange fraglich gewesen, ob und unter welchen Bedingungen die iranische Mannschaft an der Weltmeisterschaft teilnehmen kann. Das ursprünglich in den USA geplante iranische Hauptquartier wurde ins mexikanische Tijuana verlegt. Verwirrung gibt es derzeit noch darum, wie lange die iranische Mannschaft sich rund um ihre Spiele in den USA aufhalten darf. Alle drei iranischen Vorrundenspiele finden in den USA statt. Vor dem Turnier hatte es geheißen, dass das Team nur Tagesvisa erhalte, also am Spieltag an- und abreisen müsse. Zum Spiel gegen Neuseeland reiste die Mannschaft dann aber einen Tag vorher nach Los Angeles. Zudem verkündete der iranische Verband, dass man nun doch in den USA übernachten dürfe. Nach dem Spiel, das 2:2 endete, wurden die Iraner aber dann dazu aufgefordert, das Land sofort zu verlassen, auch trotz des mittlerweile vereinbarten Friedensabkommens zwischen USA und Iran. "Wir wissen ehrlich gesagt nicht, warum sie uns zurückschicken", sagte Trainer Ghalenoei. Kapitän Taremi forderte die Fifa dazu auf, mehr zu helfen. Fifa-Präsident Gianni Infantino habe die Mannschaft in der Kabine besucht und seine Hilfe versprochen, sagte Taremi. Vor dem Turnier hatte der Weltverband einen Antrag des iranischen Verbands abgelehnt, die Vorrundenspiele nicht in den USA, sondern in einem der anderen Gastgeberländer Mexiko oder Kanada auszutragen. Das Spiel gegen Neuseeland wurde von Protesten von in den USA lebenden Exil-Iranern begleitet. Im Stadion waren trotz Verbot viele historische "Schah-Flaggen" zu sehen, bei der iranischen Hymne ertönten deutlich vernehmbare Pfiffe. Das nächste Spiel der iranischen Mannschaft findet wieder in Los Angeles statt, am Sonntag um 21 Uhr deutscher Zeit trifft man dort auf Belgien. Alles Wichtige zur Weltmeisterschaft lesen Sie in unserem WM-Blog.