Polizisten in Hannover wegen Vorwürfe der Körperverletzung und der Strafvereitelung im Amt suspendiert

Datum16.06.2026 06:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRGegen fünf Beamte der Polizeidirektion Hannover laufen strafrechtliche Ermittlungen wegen Körperverletzung und Strafvereitelung. Vier von ihnen wurden suspendiert, gegen zwei weitere wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. Die Polizeipräsidentin bedauert den Vertrauensverlust und kündigt Konsequenzen an, betont aber die Unschuldsvermutung. Die Vorwürfe beziehen sich auf innerdienstliches Fehlverhalten.

InhaltGegen vier Beamte und eine Beamtin der Polizeidirektion Hannover laufen strafrechtliche Ermittlungen. Auch gegen zwei weitere Polizisten gibt es Vorwürfe. Die Polizeipräsidentin spricht von beschädigtem Vertrauen. Im Fall der suspendierten Polizisten in Hannover geht es um Vorwürfe der Körperverletzung und der Strafvereitelung im Amt. Das berichteten die "Bild" -Zeitung und der NDR  unter Berufung auf eine Polizeisprecherin. Am Montag hatte die Polizeidirektion Hannover mitgeteilt , dass vier Beamte und eine Beamtin vorläufig vom Dienst suspendiert worden seien, ohne konkrete Vorwürfe zu nennen. Gegen zwei weitere Beamte wurden demnach Disziplinarverfahren eingeleitet. Sie seien in andere Dienstbereiche der Polizeidirektion Hannover umgesetzt worden. Im Rahmen der Ermittlungen seien aber auch strafrechtliche Verstöße festgestellt und entsprechende Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Personen eingeleitet worden. Bei den dienstrechtlichen Ermittlungen ging es nach Angaben der Sprecherin laut NDR um "innerdienstliches Fehlverhalten und Verstöße gegen die allgemeine Wohlverhaltenspflicht sowie die Weisungsgebundenheit". Die Disziplinarverfahren seien zum Teil bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt worden, hieß es in der Mitteilung von Montag. "Die Vorwürfe treffen uns als Polizeibehörde und beschädigen das Vertrauen, das die Menschen zu Recht in uns setzen", sagte Hannovers Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies laut der Polizeipräsidentin nicht nur ein möglicher Verstoß gegen geltendes Recht, sondern auch gegen die Werte und Maßstäbe der Polizei. Die Behörde werde notwendige rechtliche und disziplinarrechtliche Konsequenzen ziehen. Zugleich gelte bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung.