Datum16.06.2026 05:34
Quellewww.zeit.de
TLDRElon Musk droht dem ZDF mit rechtlichen Schritten wegen dessen Berichterstattung über Proteste in Nordirland. Julian Reichelt kritisierte das ZDF scharf dafür, Musk fälschlicherweise vorgeworfen zu haben, zur Jagd auf Migranten aufgerufen zu haben. Musk hatte jedoch lediglich Beiträge weiterverbreitet, die zu Protesten gegen die bisherige Einwanderungspolitik aufriefen. Das ZDF räumte später eine missverständliche Formulierung ein. Die Proteste in Nordirland waren rassistisch motiviert.
InhaltDer US-Unternehmer kündigt juristische Schritte gegen den deutschen Sender an. Zuvor hatte Julian Reichelt die Berichterstattung zu den Nordirland-Protesten kritisiert. Elon Musk will wegen der Berichterstattung des ZDF während der rassistisch motivierten Proteste in Nordirland rechtliche Schritte gegen den Sender einleiten. "Gegen das ZDF wird wegen seiner ungeheuerlichen Lügen rechtlich vorgegangen", schrieb der Billionär in seinem Onlinedienst X. Zuvor hatte der deutsche Publizist Julian Reichelt auf X eine Sendung des ZDF kritisiert, in der behauptet worden sei, Musk hätte "zur Jagd auf Migranten aufgerufen". Musk hatte vergangene Woche auf X Beiträge des Rechtsradikalen britischen Aktivisten Tommy Robinson sowie des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe, weiterverbreitet. Der X-Eigentümer hatte sich den Aufrufen Robinsons zu Protesten in ganz Großbritannien angeschlossen und an seine 240 Millionen Follower auf X geschrieben: "Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern." Reichelt bezeichnete das ZDF als "Festung der Lügen". Musk habe nicht "zur Jagd auf Migranten aufgerufen", schrieb der Publizist. Dies seien vielmehr "Propaganda-Lügen". Später teilte Reichelt auf X ein Foto, das mutmaßlich eine Antwort des ZDF auf Reichelts Vorwürfe zeigt. In der Erklärung heißt es, die Formulierung sei "unpräzise und dadurch missverständlich" gewesen. Reichelt sprach hingegen von "blanken Lügen" und forderte, das ZDF zu "zerschlagen". Musk antwortete auf den Beitrag Reichelts mit der Ankündigung, rechtliche Schritte gegen den deutschen Sender einzuleiten. In der Nähe von Belfast gab es vergangene Woche gewalttätige rassistisch motivierte Proteste. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Demonstranten vor. Fahrzeuge und auch Häuser wurden in Brand gesteckt. Zu den Demonstrationen hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos eines Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird. Reichelt ist Chefredakteur des als rechtspopulistisch eingestuften Online-Portals Nius. Bis zum Herbst 2021 war er Chefredakteur der Bild-Zeitung.