Literatur: Wo man in Hessen Leseschätze für alle frei zugänglich findet

Datum16.06.2026 03:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Hessen fördern zahlreiche Bücherschränke den freien Zugang zu Literatur. Diese öffentlichen Mini-Bibliotheken, oft umfunktionierte Telefonzellen oder bunte Schränke, bereichern das soziale Leben und bieten jederzeit Leseangebote. Standorte sind online über Stadtwebseiten und Plattformen auffindbar. Die Bücherschränke, die seit 2009 in Frankfurt existieren und auch in kleineren Gemeinden Anklang finden, fördern Wissen, Unterhaltung und Gesundheit. Sie ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu Büchern für alle und werden von verschiedenen Paten betreut, wobei Fairness als Hauptnutzungsregel gilt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Literatur“. Lesen Sie jetzt „Wo man in Hessen Leseschätze für alle frei zugänglich findet“. Sie bieten einen kleinen Wissens- und Geschichtenschatz - und das frei zugänglich, ohne Bezahlung, Leihausweis, und Öffnungszeiten: Zahlreiche Bücherschränke in Hessen laden zum Entdecken und Schmökern ein. Sie können auch das soziale Leben in Dörfern und Städten bereichern. Wie findet man die Schränke, wie rege werden sie genutzt und welche Regeln gibt es zu beachten? In Hessens größter Stadt Frankfurt wurde 2009 auf dem Merianplatz die erste Mini-Bibliothek dieser Art aufgestellt. Seither sind auch in anderen Stadtteilen Dutzende weitere Bücherschränke hinzugekommen, die beliebte Treffpunkte und Orte der Begegnung sind, wie es auf der Homepage der Stadt heißt. Dort findet man auch eine Übersicht mit Standorten.  Wiesbaden, Kassel, Hanau und andere Städte bieten ebenfalls die Möglichkeit, Bücher auf diesem unkomplizierten Weg auszutauschen - mal über umfunktionierte Telefonzellen, mal über fröhlich-bunt bemalte Schränke mit Glasfenstern oder ganz schlicht als einfache Regale in öffentlichen Gebäuden.  Über die Standorte können sich die Lesefans auf städtischen Webseiten, aber auch auf verschiedenen Internetplattformen informieren. Dort finden sich auch Karten, auf denen Bücherschränke in der Umgebung vermerkt sind. Ein Plätzchen zum Lesen lässt sich dann ganz nach eigenem Geschmack suchen - ob im Café, auf einer Bank im Grünen oder einfach zu Hause auf dem Sofa.  Doch nicht nur in Städten funktioniert das Prinzip Bücherschrank: Erst kürzlich hatte der Wetteraukreis dem Verein Dorfgemeinschaft Burgbracht des gleichnamigen Ortsteils von Kefenrod einen Zuschuss von 6.000 Euro für ein Bücherschrank-Projekt zugesagt.  "Lesen hat zahlreiche positive Effekte: Diese reichen von der Wissensvermittlung über Unterhaltung und Freizeitgestaltung bis hin zur Förderung der Gesundheit", erklärte die Wetterauer Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Marion Götz. Das kostenlose Leseangebot sei niederschwellig, wohnortnah und stehe rund um die Uhr zur Verfügung. Das macht auch für Lisa Wächter, Geschäftsführerin des Vereins Literarisches Zentrum Gießen, den besonderen Charme der Bücherschränke aus. Ziel dabei: Menschen den Zugang ermöglichen, die sich vielleicht nicht ohne weiteres selbst Bücher leisten können.  Zwei Bücherschränke unterhält das Zentrum selbst und freut sich über eine rege Nutzung des Angebots, wie Wächter sagt. Natürlich enthalte praktisch jeder Bücherschrank weit verbreitete Bestseller-Krimis und auch manchen "Schinken" - doch habe auch sie selbst beim Stöbern schon manche Buch-Entdeckung gemacht. In einer davon habe sie einen Zettel mit einer kleinen Botschaft des Buchspenders oder der -spenderin gefunden: Er oder sie wünschte sich demnach, dass das Buch durch möglichst viele Hände gehen solle, erzählt Wächter. Weil Bücherschränke von ganz unterschiedlichen Paten betreut werden, gibt es zwar keine einheitlichen Vorgaben für ihre Benutzung, doch ähneln sich die Regeln, die teils als Aushang an den Schränken zu finden sind. Vor allem Fairness ist dabei erwünscht, wie sich an den einzelnen Punkten ablesen lässt:  © dpa-infocom, dpa:260616-930-228728/1