Datum16.06.2026 01:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer WM-Videoschiedsrichter Shaun Evans weist eine umstrittene Handgeste entschieden zurück. Er erklärte, sie sei eine unbewusste Zuckung gewesen und keine absichtliche Botschaft. Die Geste, die in sozialen Medien als rechtsextremes Symbol gedeutet wurde, habe er nicht wissentlich gezeigt. Evans bedauert die entstandene Fehlinterpretation, die nicht seine Persönlichkeit widerspiegele. Die FIFA hat sich bisher nicht geäußert, was mögliche Konsequenzen offenlässt.
InhaltShaun Evans hat vor dem Deutschlandspiel mit einer umstrittenen Handgeste für Aufsehen gesorgt. Jetzt nimmt der WM-Videoschiedsrichter selbst dazu Stellung – und spricht von einer "unbewussten Zuckung". Der australische Schiedsrichter Shaun Evans hat den Verdacht einer umstrittenen Handgeste während der TV-Übertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Curaçao (7:1) energisch zurückgewiesen. "Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln", wurde Evans in einer Mitteilung des Fußball-Weltverbandes Fifa zitiert. Der 38 Jahre alte Unparteiische war vor dem Anpfiff der Partie am Sonntag in Houston kurz im Videoschiedsrichterraum mit seinen Kollegen gezeigt worden. In der Sequenz, die einige Sekunden dauerte, formte er mit dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis und streckte die übrigen Finger aus. In sozialen Netzwerken wurde danach spekuliert, ob Evans ein Zeichen gemacht habe, das von rechtsextremen Gruppen als Symbol für "White Power" verwendet wird (mehr dazu hier ). Evans wies dies vehement zurück. "Natürlich verstehe ich, wie die Geste interpretiert wurde, und ich bedaure dies. Dennoch möchte ich unmissverständlich und kategorisch erklären, dass ich das besagte Handsymbol weder wissentlich noch absichtlich gezeigt habe", sagte er. Die Berichterstattung im Anschluss an diesen Vorfall spiegele "einfach nicht wider, wer ich bin". Er selbst habe nur eine Erklärung für die Szene: Es müsse sich "bei der Bewegung um ein unwillkürliches, unterbewusstes Zucken" gehandelt haben, über das er sich "in diesem Moment gar nicht bewusst war, sie ausgeführt zu haben". Eine Reaktion von der Fifa gibt es bisher nicht. Ob der Vorfall Konsequenzen für Evans haben wird, ist daher offen. Zumal die Handgeste nicht eindeutig ist. Sie wird in vielen Ländern auch als "Okay"-Zeichen verwendet. Gleichzeitig wird das Symbol aber auch seit einigen Jahren von rechtsextremen Gruppen genutzt. Dort gilt es als Zeichen für die angebliche Überlegenheit weißer Menschen. Mehr zum Thema: Warum Deutschland die Überraschung der WM wird, erklärt Ihnen Ex-DFB-Kapitän Gündoğan hier .