Isar Aerospace: Münchner Raumfahrt-Start-up sagt erneut Startversuch ab

Datum15.06.2026 22:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas deutsche Raumfahrt-Startup Isar Aerospace hat einen geplanten Teststart seiner "Spectrum"-Rakete erneut abgesagt. Grund sind Probleme im Flüssigkeitssystem. Dies ist der vierte Startversuch, der verschoben werden musste. Die Rakete soll Kleinsatelliten ins All befördern. Isar Aerospace ist Teil europäischer Bemühungen, die Unabhängigkeit von den USA und Russland im Raumfahrtsektor zu stärken.

InhaltMehrfach sind Testflüge des deutschen Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace in diesem Jahr bereits gescheitert. Der für Montagabend geplante Start musste nun ebenfalls abgesagt werden. Das deutsche Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hat den für Montag geplanten zweiten ​Testflug seiner "Spectrum"-Rakete kurz vor dem Start abgesagt. Als Grund ‌nannte das Unternehmen Probleme im Flüssigkeitssystem der Rakete. Es würden weiterhin Abweichungen vom Sollwert in den Flüssigkeitssystemen des Raumfahrzeugs festgestellt, erklärte das Unternehmen auf seiner Internetseite. "Die Teams analysieren derzeit die neuen Daten, um die Ursache zu ermitteln", hieß es weiter. Die 28 Meter lange zweistufige Spectrum-Rakete mit fünf Satelliten an Bord sollte um 22.00 Uhr vom Weltraumbahnhof Andöya nördlich des Polarkreises abheben. Der Testflug der zweiten Mission "Onward and Upward" (vorwärts und aufwärts) der Rakete war seit Januar geplant und bereits mehrfach wegen technischer Probleme oder ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden. Ein für Anfang April geplanter Testflug war wegen eines vermuteten Lecks in einem mit Verbundwerkstoff ummantelten Druckbehälter abgesagt worden. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen ersten Testflug unternommen. Die Rakete war dabei – ebenfalls in Andöya – erfolgreich gestartet und war nach 30 Sekunden Flug planmäßig ins Meer gestürzt. Der erste Testflug der Spectrum-Rakete war der erste Start einer Orbitalrakete in Kontinentaleuropa außerhalb Russlands. Bei der zweiten Mission sollte die Trägerrakete nun mit Nutzlast an Bord starten: fünf Kleinsatelliten und ein Experiment. Das Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München baut Trägerraketen für den Transport kleiner und mittelgroßer Satelliten. Die zweistufige Spectrum-Rakete soll mit ihren zehn Triebwerken Nutzlasten von bis zu tausend Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen befördern. Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat seitdem mehr als 500 Millionen Euro an Kapital eingesammelt. Es gehört zu einer Reihe deutscher und europäischer Unternehmen, die Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland machen wollen, und wird von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) unterstützt. Bisher wird das lukrative Geschäft mit Trägerraketen von US-Milliardär Elon Musk dominiert. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete Falcon 9 schon Hunderte Male ins All geschickt.