Gavin Newsom wirft Donald Trump vor, gegen ihn zu ermitteln

Datum15.06.2026 22:38

Quellewww.spiegel.de

TLDRGavin Newsom beschuldigt Donald Trump, eine politisch motivierte Untersuchung gegen ihn und seine Familie angeordnet zu haben. Bundesbeamte würden angeblich nach Vergehen suchen, ohne konkrete Beweise. Newsom sieht dies als Racheakt Trumps, da er gegen ihn politisch vorgeht und eine Präsidentschaftskandidatur erwägt. Trump hat Newsom und seine Politik seit Langem kritisiert.

InhaltBeamte sollen sich durch Berge von Akten gewühlt haben: Kaliforniens Gouverneur sagt, die Trump-Regierung habe eine politisch motivierte Untersuchung gegen ihn aufgenommen. Auch seine Frau sei ins Visier der Ermittler geraten. Der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, ist offenbar Fokus einer Ermittlung des US-Justizministeriums. "In den vergangenen Tagen haben Bundesbeamte bei Familienangehörigen, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern geklopft – nicht, weil sie ein Verbrechen aufgedeckt hätten, sondern einfach, weil sie versuchen, eines zu finden", teilte Newsom auf der Plattform X mit. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Um welche Vorwürfe es geht, sagte Newsom nicht. Eine Anfrage beim US-Justizministerium blieb zunächst unbeantwortet. Newsom zufolge wühlen sich die Ermittler willkürlich durch Berge von Akten. Seiner Ansicht nach ist klar, dass US-Präsident Donald Trump die Ermittlungen in Auftrag gab, weil Newsom sich gegen ihn stellt und erwägt, ins Rennen um die Präsidentschaft einzusteigen. Auch Newsoms Frau Jennifer sei ins Visier der Regierung geraten. Newsom sagte, Trump könne ihn schikanieren, gegen ihn ermitteln und ihn auf seine Feindesliste setzen. "Aber halte meine Frau und meine Familie aus deinem persönlichen Rachefeldzug heraus." Newsom und Trump kritisieren ​sich seit Langem ‌gegenseitig. Sie stritten unter anderem über den Klimawandel, den Bau von Pipelines und die Entsendung von Nationalgardisten nach Kalifornien durch den Präsidenten im vergangenen Sommer. 2025 hatte Trump zudem erklärt, er würde eine Verhaftung Newsoms wegen dessen mutmaßlicher Behinderung der Einwanderungsbehörden in dem ‌Bundesstaat unterstützen. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus für eine zweite Amtszeit hat sein Justizministerium mehrere mutmaßliche politische Gegner des Präsidenten strafrechtlich verfolgt. Dazu gehören der ehemalige FBI-Direktor James ‌Comey, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James ​und der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton. ‌ Das Ministerium hat zudem Ermittlungen gegen US-Beamte eingeleitet, die zu dem ‌Schluss gekommen waren, ​dass Russland sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt hatte. Auch demokratische Abgeordnete sowie liberale Spender und Spendensammelgruppen gerieten ins Visier der ​Behörden. Einer im November 2025 veröffentlichten Zählung der ⁠Nachrichtenagentur Reuters zufolge waren seit Beginn ​von Trumps ​zweiter Amtszeit mindestens 470 Personen, Organisationen und Institutionen Ziel von Vergeltungsmaßnahmen geworden.