Polen: Ärztin soll mehr als 30 menschliche Föten im Garten vergraben haben

Datum15.06.2026 21:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Polen wurden 34 menschliche Föten im Garten einer Ärztin entdeckt. Die 57-Jährige wurde festgenommen und beschuldigt, die Föten für Experimente genutzt und vergraben zu haben. Ihr drohen bis zu zwölf Jahre Haft. Sie gab zu, die Föten und medizinische Abfälle dort vergraben zu haben, bestreitet aber die Anklagepunkte. Die Herkunft der Föten und ob sie allein handelte, sind unklar. Der Fall wirft Fragen bezüglich des strengen Abtreibungsrechts in Polen auf, jedoch gibt es keine Hinweise auf illegale Abtreibungen.

InhaltBauarbeiter haben in einem Dorf in Polen einen grausigen Fund gemacht: 34 menschliche Föten sollen in einem Garten vergraben gewesen sein. Festgenommen wurde nun eine Ärztin. Bauarbeiter sind in dem polnischen Dorf Lutoryz vergangene Wochen auf menschliche Überreste in einem Garten gestoßen. Bei einer groß angelegten Durchsuchung des Geländes wurden anschließend 34 vergrabene Föten freigelegt. Nun hat die Polizei eine Ärztin in Gewahrsam genommen. Ihr wird vorgeworfen, die Föten für Experimente genutzt und in ihrem ehemaligen Garten vergraben zu haben. Neben Leichenschändung wird der Ärztin laut Staatsanwaltschaft zudem unsachgemäße Abfallentsorgung und die Entsorgung von Gefahrgut an einem nicht dafür vorgesehenen Ort zur Last gelegt. Der 57-Jährigen drohen demnach bis zu zwölf Jahre Haft. Nach Verlesung der Anklagepunkte bekannte sich die Ärztin nicht schuldig. Sie gab jedoch an, "die auf ihrem Grundstück gefundenen menschlichen Föten sowie weitere medizinische Abfälle selbst dorthin gebracht und vergraben zu haben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Journalisten. Die Identität der Föten muss demnach noch geklärt werden. Zudem ist unklar, ob die Frau allein handelte. Der Fall hat im traditionell katholischen Polen für viel Diskussion gesorgt. Viele Menschen fragen sich, wie die Medizinerin in dem Land mit einem der strengsten Abtreibungsgesetze Europas überhaupt an Föten gelangen konnte. Dem Justizsprecher zufolge wurden die Föten von der Frau "für Tests" verwendet. Demnach gibt es aber bislang keine Hinweise darauf, dass die Ärztin illegale Abtreibungen durchgeführt haben könnte. Der Sender Eska berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass die Pathologin die Föten während der Coronapandemie aus dem Krankenhaus in Rzeszow entwendet habe, um zu Hause Tests an ihnen vorzunehmen. Polen hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze in Europa. Nur in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Frau dürfen Ärzte einen Abbruch vornehmen.