Weniger Kinder: Bildungsbericht: Geburtenknick erreicht Kitas und Schulen

Datum15.06.2026 13:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer neue Bildungsbericht zeigt, dass der Geburtenknick Kitas und Grundschulen erreicht. Weniger Kinder unter drei Jahren werden in Westdeutschland betreut, und sinkende Schülerzahlen sind ab 2027/28 zu erwarten. Trotz sinkender Zahlen bedeutet dies keine automatische Entlastung, da der Bedarf an ganztägiger Betreuung hoch bleibt. Der Bericht hebt zudem schwächere Kompetenzen und starke Abhängigkeit von der sozialen Herkunft hervor, trotz zahlreicher Maßnahmen zur Verringerung von Bildungsungleichheit.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Weniger Kinder“. Lesen Sie jetzt „Bildungsbericht: Geburtenknick erreicht Kitas und Schulen“. In Kitas und Schulen macht sich der Geburtenknick bemerkbar. Wie aus dem nationalen Bildungsbericht hervorgeht, sinkt die Zahl der in Kitas betreuten Kinder unter drei Jahren erstmals auch in Westdeutschland. Ab dem Schuljahr 2027/28 seien abnehmende Schülerzahlen an den Grundschulen zu erwarten, auch weil weniger Menschen zuwandern als zuletzt. Die sinkenden Zahlen bedeuten aber dem Bericht zufolge nicht unbedingt eine Entlastung des Systems. In den Kitas stiegen die "Beteiligungsquoten" noch leicht: Das heißt, mehr Kinder eines Jahrgangs werden betreut. "Weiterhin bestehen insbesondere für unter 3-Jährige Betreuungslücken", heißt es in dem in Berlin vorgestellten Bericht "Bildung in Deutschland 2026". Auch in Schulen seien sinkende Schülerzahlen "nicht automatisch mit Entlastungseffekten verbunden", heißt es weiter. "Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf ganztägige Förderung und Betreuung im Primarbereich erhöhen sich die Ressourcenbedarfe. Der Bedarf von Eltern an Ganztagsplätzen bleibt konstant hoch und wird weiterhin nicht gedeckt."  Der Bericht "Bildung in Deutschland" erscheint seit 20 Jahren alle zwei Jahre als umfassende Bestandsaufnahme von der Kita bis zur Hochschule und Handlungsgrundlage für Bund und Länder. Auch die diesjährige Ausgabe bestätigt zwei zentrale Erkenntnisse anderer Studien: Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften werden insgesamt schwächer. Und Bildungserfolg hängt in Deutschland von Bedingungen im Elternhaus ab. "Zu viele junge Menschen erreichen grundlegende Kompetenzziele nicht", erklärt Mitautor Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung. "Das verweist auf längerfristige strukturelle Probleme bei der Sicherung dieser Kompetenzen und damit auf eine zentrale Schwäche des Bildungssystems." Laut Bericht haben für die Zeit 2024 bis 2026 die Länder 347 Maßnahmen und der Bund weitere 13 Maßnahmen aufgelegt, um Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft zu verringern. Nötig seien jedoch ein koordinierter Ansatz und klare Zielsetzungen, schreiben die Autorinnen und Autoren. © dpa-infocom, dpa:260615-930-225584/1