Mikroelektronik: Halbleiterbranche: Silicon Saxony auf Wachstumskurs

Datum15.06.2026 12:54

Quellewww.zeit.de

TLDRDie sächsische Mikroelektronik- und Softwarebranche "Silicon Saxony" wächst weiter. Der Branchenverband meldet 1.500 neue Jobs innerhalb eines Jahres, was einer Steigerung auf rund 82.500 Beschäftigte entspricht. Investitionen entfalten Wirkung, und trotz schwacher Konjunktur schafft die Hightech-Industrie hochwertige Arbeitsplätze. Zukünftiges Wachstum wird durch Investitionen, KI und Digitalisierung erwartet, mit einer Prognose von über 100.000 Jobs bis 2030. Das Wachstum umfasst das gesamte industrielle Ökosystem, nicht nur die Chipfertigung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mikroelektronik“. Lesen Sie jetzt „Halbleiterbranche: Silicon Saxony auf Wachstumskurs“. In der sächsischen Halbleiter- und Softwarebranche stehen die Zeichen auf Wachstum. Wie der Branchenverband Silicon Saxony mitteilte, hat der Sektor binnen eines Jahres 1.500 neue Jobs geschaffen. Zum Stichtag 30. September 2025 sei die Zahl der Beschäftigten auf rund 82.500 gestiegen (Vorjahr: 81.000). Das sind knapp zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Wachstum verteilt sich nahezu gleichmäßig auf die Halbleiterindustrie und die Softwarebranche. "Die Entwicklung zeigt, dass die Investitionen der vergangenen Jahre zunehmend Wirkung entfalten. Während viele Branchen weiterhin unter der schwachen Konjunktur leiden, wächst die Hightech-Industrie in Sachsen weiter und schafft hochwertige Arbeitsplätze", betonte Frank Schönefeld, Vorsitzender des Präsidiums von Silicon Saxony.  Besonders bemerkenswert sei die Entwicklung vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage, hieß es. "Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die langfristige Attraktivität des Standortes. Gleichzeitig stehen wir erst am Anfang einer neuen Wachstumsphase. Zahlreiche Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und technologischer Souveränität eröffnen zusätzliche Perspektiven für die kommenden Jahre", so Schönefeld. Die Prognose von mehr als 100.000 Beschäftigten bis zum Ende dieses Jahrzehnts bleibe aus Sicht des Clusters unverändert realistisch. Das Wachstum ist nicht nur ein Resultat von Investments der großen Konzerne. Neben den großen Fabrikprojekten investieren zunehmend auch mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der "Halbleiterei". Dazu zählen unter anderem Anbieter von Reinraum- und Fabrikinfrastruktur, Spezialgasen, Chemikalienversorgung, Messtechnik, Automatisierung, Robotik, Abgas- und Abwasserbehandlung sowie industrielle KI-Lösungen, wie der Branchenbank mitteilte.  Die Investitionen zeigen, dass sich die Wachstumsimpulse längst nicht mehr auf die Chipfertigung selbst beschränken, sondern zunehmend das gesamte industrielle Ökosystem erfassen, hieß es weiter. "Die Entwicklung belegt, dass Silicon Saxony weit mehr ist als die Summe einzelner Fabriken. Rund um die großen Ansiedlungen wächst ein immer dichteres Netzwerk aus spezialisierten Technologieunternehmen, Zulieferern und Dienstleistern", betonte René Reichardt, Chef der DAS Environmental Expert GmbH und Präsidiumsmitglied von Silicon Saxony. Diese Breite der Wertschöpfung mache den Standort resilient. Das Branchentreffen Silicon Saxony Days findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt und dauert erstmals drei Tage. Nach Angaben der Veranstalter entwickelt es sich damit zu einem der bedeutendsten Hightech-Treffen Europas. Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Start-ups wollen aktuelle Entwicklungen rund um Halbleiter, Software, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation diskutieren. "Die Silicon Saxony Days sind mehr als nur eine Branchenveranstaltung. Sie sind Ausdruck einer neuen Art der Zusammenarbeit. Technologische Souveränität, KI-Infrastrukturen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas lassen sich nicht allein in Brüssel gestalten", betonte Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Silicon Saxony. © dpa-infocom, dpa:260615-930-225547/1