Aufrüstung: Luftwaffe soll bis 2035 personell um 70 Prozent wachsen

Datum23.11.2025 06:11

Quellewww.zeit.de

TLDRDer neue Chef der Luftwaffe, Holger Neumann, plant bis 2035 eine personelle Aufstockung um 70 Prozent auf etwa 21.000 Dienstposten, um den Anforderungen der NATO gerecht zu werden. Neben der Personalaufstockung fordert Neumann den Erwerb neuer Waffensysteme, einschließlich Kampfflugzeugen und unbemannten Systemen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung abstandsfähiger Waffensysteme für präzise Angriffe, um eine glaubhafte konventionelle Abschreckung zu gewährleisten. Neumann strebt an, die Luftwaffe zu einem verlässlichen NATO-Partner weiterzuentwickeln.

InhaltDer neue Chef der Luftwaffe will seine Teilstreitkraft personell aufrüsten und neue Waffensysteme anschaffen. So will er die Anforderungen der Nato erfüllen. Der neue Luftwaffen-Inspekteur Holger Neumann plant eine Vergrößerung seiner Teilstreitkraft. "Wir haben Pläne erarbeitet bis 2035, um ungefähr 21.000 Dienstposten in den Dimensionen Luft und Weltraum zu wachsen, einerseits um die Anforderungen der Nato zu erfüllen und unsere Fähigkeiten weiter auszubauen", sagte der Bundeswehrgeneral dem Spiegel. Neumann, der sein Amt im Mai dieses Jahres antrat, nannte die geplanten Zahlen für den Aufwuchs seiner Teilstreitkraft "ambitioniert". Derzeit dienen in der Luftwaffe laut Neumann etwa 29.000 Männer und Frauen. "Wir sprechen also von einem Plus von mehr als 70 Prozent", sagte Neumann. Der Chef der Luftwaffe will seine Teilstreitkraft nicht nur personell aufrüsten. "Die Luftwaffe muss für den Verteidigungsfall auf Siegfähigkeit ausgerichtet werden", sagte Neumann. Nötig seien Kampfflugzeuge, unbemannte Systeme, Transport- und Tankflugzeuge, Aufklärungsplattformen, Luftverteidigungssysteme, Gefechtsstände, Sensoren sowie Weltraumsysteme. "Wir müssen Defizite abbauen und Lücken auffüllen, aber wir wollen auch stärker werden, um ein verlässlicher Partner in der Nato zu bleiben", forderte Neumann. Als ein wichtiges Projekt mahnte Neumann die Beschaffung von abstandsfähigen Waffensystemen für Präzisionsschläge, sogenannten "deep precision strikes", weit hinter den feindlichen Linien an. Mit solchen, weitreichenden Systemen sei es möglich, eine "glaubhafte konventionelle Abschreckung" aufzubauen. "Jeder Aggressor muss fürchten, dass wir ihn in seinem Kernland angreifen können", sagte Neumann, "diese Unberechenbarkeit ist unterhalb der atomaren Schwelle sehr wirksam". Mehrere europäische Staaten haben ein Projekt zur Entwicklung solcher Abstandswaffen gestartet. Neumann betonte, dass es aus militärischer Sicht "sinnvoll" sei, bis zur Einsatzreife dieser neuen Systeme auch US-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk zu beschaffen.