Datum23.11.2025 03:00
Quellewww.zeit.de
TLDRGießens Einzelhändler sind besorgt über das geplante Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation am 29. November, das mit dem wichtigen Verkaufstag "Black Friday" und dem ersten Adventswochenende zusammenfällt. Die Händler fürchten Umsatzausfälle und unklare Arbeitswege, da massive Gegenproteste und Polizeieinsätze erwartet werden. Gespräche mit der Stadt laufen, um eventuelle Busse und Sicherheitsmaßnahmen zu organisieren. Die Unsicherheit über die Lage könnte dazu führen, dass viele Geschäfte wenig Personal einsetzen. Bei den Protesten wird um einen friedlichen Verlauf gehofft.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Demonstrationen“. Lesen Sie jetzt „Gießener Händler sorgen sich um letztes November-Wochenende“. Gießens Einzelhändler blicken mit Sorge auf das für das letzte November-Wochenende geplante Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation und die erwarteten massiven Gegenproteste. Die Veranstaltung falle zusammen mit dem eigentlich für den Handel wichtigen "Black Friday" (28. November) sowie mit dem ersten Adventswochenende, an dem viele Menschen Weihnachtseinkäufe in der Innenstadt erledigten. Damit sei es "ein unfassbar schlecht gewählter Zeitpunkt", sagte Daniel Kaiser von der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD will am 29. November in Gießen eine neue Jugendorganisation gründen. Die alte Organisation "Junge Alternative" war im Frühjahr aufgelöst worden, nachdem sich die AfD von ihr per Parteitagsbeschluss gelöst hatte. Der Verfassungsschutz hatte sie als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Die Polizei bereitet sich wegen erwarteter Proteste auf einen Großeinsatz vor. So hatte ein Bündnis angekündigt, die Zufahrtstraßen zu der AfD-Veranstaltung blockieren zu wollen, mit dem Ziel, das Treffen zu verhindern. An den Tagen laufen in der Gießener Innenstadt auch der Weihnachts- und der Wochenmarkt. Die Händler befürchteten nicht nur Umsatzausfälle. Es sei auch unklar, wie etwa Ladenbetreiber und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den fraglichen Tagen zur Arbeit kommen könnten, sagte Kaiser. Man führe zu diesen und weiteren Fragen Gespräche mit der Stadt. Es habe seitens der Stadt Überlegungen gegeben, wegen geplanter Absperrungen zusätzliche Busse einzusetzen. Viele Händler seien sich unsicher, inwieweit sie sich schützen müssten. "Es ist so, dass sich diese Lage stündlich ändern kann", sagte Kaiser. Nach seiner Einschätzung dürften sich viele Händler dazu entscheiden, zu öffnen. Man wolle keine Panik schüren und die Menschen nicht aktiv davor warnen, in die Gießener Innenstadt zu kommen. "Wir hoffen, dass es friedlich über die Bühne geht", sagte Kaiser mit Blick auf die geplanten Proteste. Auch Markus Pfeffer, Geschäftsführer des Hauseigentümer- und Einzelhandelszusammenschlusses BID Seltersweg, verwies auf die Bedeutung des letzten November-Wochenendes für die Geschäfte. Viele der Händler machten an diesen Tagen in der Regel etwa 20 bis 25 Prozent ihrer Weihnachtsumsätze. Der Samstag (29. November) sei problematisch, weil die Gießener Innenstadt dann nur noch von zwei Seiten befahrbar sein dürfte. "Das Problem ist die Unplanbarkeit", sagte Pfeffer. Er geht davon aus, dass die Geschäftsleute, die öffnen, dies mit nur wenig Personal tun werden. "Es wird ein sehr schwieriges Wochenende für Gießen werden", sagte Pfeffer. Dass Ladenbetreiber ihre Schaufenster verbarrikadieren müssen, glaubt er aber nicht. Den Demonstrierenden gehe es vor allem darum, das Gründungstreffen zu verhindern, daher dürften sich die Proteste hauptsächlich rund um die Gießener Hessenhallen abspielen, wo das Treffen geplant sei, sagte Pfeffer. © dpa-infocom, dpa:251123-930-328123/1