Grünenpolitiker Gelbhaar will für Abgeordnetenhauswahl kandidieren

Datum15.10.2025 17:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRStefan Gelbhaar, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen, möchte erneut als Direktkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis Berlin-Pankow antreten, nachdem ihn Vorwürfe sexueller Belästigung absetzten. Ob er von seiner Partei nominiert wird, entscheidet sich am 8. November. Die Vorwürfe, gegen die Gelbhaar juristisch vorgeht, wurden teils als falsch entlarvt; der RBB räumte Fehler in der Berichterstattung ein und zahlte Gelbhaar eine Entschädigung. Einige Frauen halten jedoch weiterhin an ihren Beschuldigungen fest.

InhaltNach teilweise erfundenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung wurde Stefan Gelbhaar als Direktkandidat der Grünen für den Wahlkreis Berlin-Pankow abgewählt. Nun will er in seinem Wahlkreis noch einmal antreten. Der ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar will es noch mal wissen. Gelbhaar hat seine Kandidatur als Direktkandidat im Kreisverband Berlin-Pankow für die Abgeordnetenhauswahl kommendes Jahr in Berlin angemeldet. Ob er tatsächlich den Zuschlag seiner Partei bekommt, entscheidet sich am 8. November auf einer Wahlversammlung des Kreisverbandes. Gelbhaar hat eine Gegenkandidatin, der größere Chancen eingeräumt werden. Gelbhaar war Mitte November 2024 mit 98,4 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl für den Berliner Bezirk Pankow gewählt worden. Dann kamen Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn auf. Die Grünen im Bezirk Pankow hatten daraufhin eine neue Versammlung anberaumt, um über ihren Bundestagskandidaten oder ihre Bundestagskandidatin zu entscheiden. Mit 74,3 Prozent setzte sich schließlich Julia Schneider durch, die zuvor Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses war. Schneider zog dann in den Bundestag ein. Der RBB hatte von Belästigungsvorwürfen berichtet, die Gelbhaar als Lüge zurückgewiesen und gegen die er sich juristisch gewehrt hat. Im Januar zog der ARD-Sender Teile seiner Berichterstattung zurück, nachdem Zweifel an der Identität einer der Frauen aufgekommen waren, die gegenüber dem Sender Vorwürfe gegen Gelbhaar erhoben hatten. Für den RBB steht fest, dass eine Grünenbezirkspolitikerin aus Berlin-Mitte sich als die betroffene Person ausgegeben und unter falschem Namen eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat. Der RBB räumte Fehler in der Berichterstattung ein. Einige Frauen halten jedoch weiter an ihren Vorwürfen fest. Gelbhaar und der Sender einigten sich im Rechtsstreit außergerichtlich. Der RBB zahlt Gelbhaar zudem eine Geldentschädigung. Über den konkreten Inhalt des Vergleichs sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden.