Datum22.11.2025 20:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn den USA ist ein älterer Geflügelhalter gestorben, der sich mit dem Vogelgrippevirus H5N5 infiziert hatte. Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko für andere Menschen als gering ein; bislang wurde keine Übertragung zwischen Menschen nachgewiesen. H5N5 war zuvor nur bei Tieren festgestellt worden. Die weltweite Vogelgrippewelle wird hauptsächlich durch das hochpathogene H5N1-Virus verursacht. In Deutschland wurden kürzlich 1,5 Millionen Tiere nach Infektionen getötet, aber es sind noch keine H5N1-Fälle bei Menschen bekannt.
InhaltRund eine Woche nachdem seine Infektion mit dem Vogelgrippe-Subtyp H5N5 bekannt wurde, ist in den USA ein Geflügelhalter gestorben. Gesundheitsbehörden schätzen das Risiko für Menschen aber weiterhin als gering ein. In den USA ist der weltweit erstmals nachweislich mit dem Vogelgrippevirus H5N5 infizierte Mensch gestorben. Laut dem Gesundheitsministerium des US-Bundesstaats Washington in Olympia handelte es sich um einen älteren Geflügelhalter mit Vorerkrankungen. Die Behörde betonte: "Das Risiko für die Öffentlichkeit bleibt gering." Mitte November hatte das Ministerium die Infektion des Mannes bekannt gegeben. Zuvor war H5N5 nur in Tieren nachgewiesen worden. Das Virus sei bei keiner anderen beteiligten Personen nachgewiesen worden. Es gebe keinerlei Hinweise auf eine Übertragung dieses Virus zwischen Menschen. Der Mann sei Anfang November mit Grippesymptomen ins Krankenhaus gekommen. In seinem Hinterhof habe er Hausgeflügel gehalten, das Kontakt zu Wildvögeln gehabt habe. Auch dem deutschen Friedrich-Loeffler-Institut – dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – waren vor dem Fall in den USA keine Berichte von Infektionen beim Menschen mit H5N5 bekannt, wie eine Sprecherin Mitte November mitteilte. Dies sei "aber auch nicht verwunderlich", da dieser Subtyp im Vergleich zu H5N1 hierzulande unterrepräsentiert sei. H5N5 komme aber "seit vielen Monaten in einigen Regionen der Welt vor", besonders in Nordamerika und Nordeuropa, etwa in Norwegen, heißt es vom Friedrich-Loeffler-Institut. Auch in Deutschland gab es demnach schon Nachweise von H5N5 bei Wildvögeln. Unter dem Vorbehalt, dass es sich um den Stamm 2.3.4.4b handelt, sei dies zunächst keine drastische Änderung der Lage, hieß es. Seit 2022 grassiert weltweit die größte je dokumentierte Vogelgrippewelle. Dabei geht es allerdings um das hochpathogene – also besonders krankheitserregende – H5N1-Virus. Es befällt vor allem Vögel, wurde aber auch bei mehreren Säugetieren gefunden. In deutschen Geflügelhaltungen wurden in den vergangenen Wochen rund 1,5 Millionen Tiere nach Vogelgrippe-Nachweisen im Stall getötet. Der Subtyp H5N1 ist bei hoher Infektionsdosis prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar. In Deutschland ist dem Robert Koch-Institut zufolge noch kein H5N1-Fall bei einem Menschen bekannt. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gab es in den USA bereits vor dem aktuellen Todesfall bei Menschen 71 Fälle von Vogelgrippe und einen Toten (Stand 14. November) – wobei nicht klar ist, um welche Subtypen es sich dabei handelt. Die meisten stehen im Zusammenhang mit der Haltung von Milchkühen oder Geflügel. In Mecklenburg-Vorpommern rücken Feuerwehrleute gegen die Vogelgrippe aus: Mit Hightech-Fahrzeugen bergen sie tote Kraniche, die an der Geflügelpest gestorben sind. Wieso die Kadaver gefährlich, aber auch nützlich sind, lesen Sie hier .