Datum09.06.2026 02:28
Quellewww.zeit.de
TLDRDie FDP verzeichnet seit Mai über 700 neue Mitglieder, was Generalsekretär Martin Hagen der Wahl des neuen Führungsteams um Wolfgang Kubicki zuschreibt. Trotz des knappen Ergebnisses bei der Chefwahl gegen Agnes Strack-Zimmermann betonen beide und Hagen die gemeinsame Stärke und das Ende von öffentlichen "Nickeligkeiten". Die Mitgliedszahl erholt sich damit nach zuletzt schwierigen Jahren und verpassten Einzügen in Parlamente.
InhaltSeit dem Parteitag sind mehr als 700 Menschen in die FDP eingetreten. Generalsekretär Martin Hagen führt das auf die Wahl des Führungsteams um Wolfgang Kubicki zurück. Seit ihrem Parteitag verzeichnet die FDP wachsende Mitgliederzahlen. Wie die Partei den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte, traten seit Ende Mai 780 Menschen in die Partei ein. Dem standen 80 Austritte gegenüber. "Wir spüren seit Ostern und insbesondere nach der Wahl des neuen Führungsteams Rückenwind", sagte FDP-Generalsekretär Martin Hagen. Die Mitgliederzahl der FDP schwankt nach Angaben der Funke-Zeitungen seit Jahren rund um die Marke von rund 70.000. 2021 lag sie mit 77.276 Mitgliedern auf einem zwischenzeitlichen Höchstwert, bis 2024 und dem Ende der Ampelkoalition fiel sie um fast 10.000. Vor einem Jahr lag sie Parteiangaben zufolge bei etwa 69.000. Nun steigt sie wieder. Auf dem Parteitag am 30. und 31. Mai hatten die Liberalen Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Chef gewählt, der Neustart verlief allerdings holperig. Die Europaabgeordnete Agnes Strack-Zimmermann hatte sich überraschend zu einer Kandidatur entschieden und holte knapp 40 Prozent der Stimmen. Kubicki gilt in der FDP als Rechtsliberaler, Strack-Zimmermann verfolgt eine sozialliberale Ausrichtung. Kubicki sagte, er und Strack-Zimmermann hätten sich darauf verständigt, ihre "Nickeligkeiten" in der Öffentlichkeit nicht fortzusetzen. Der Eindruck eines Zerwürfnisses sei falsch. Auch Generalsekretär Hagen wies Berichte über einen Richtungsstreit bei den Liberalen zurück. "Es geht jetzt nicht um Personen, sondern darum, die FDP gemeinsam wieder stark zu machen", sagte auch Strack-Zimmermann. Die Kampfabstimmung und die damit verbundene Richtungsdebatte hatte der Partei zu viel Aufmerksamkeit nach zwei schwierigen Jahren geführt. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr und den beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr verpasste die Partei den Einzug in die Parlamente. Zuletzt lag sie bei einer Forsa-Umfrage erstmals seit Langem wieder bei fünf Prozent.