Datum09.06.2026 01:50
Quellewww.zeit.de
TLDROmar Artan, der erste somalische Schiedsrichter bei einer Fußball-WM, wurde die Einreise in die USA verweigert. Die US-Behörden nannten "Bedenken bei der Sicherheitsüberprüfung". Dies geschah trotz gültigem Visum und vor dem Hintergrund von Trumps Einwanderungsbeschränkungen für Somalia. Die FIFA bedauert die Entscheidung und betont, nicht an Visaverfahren beteiligt zu sein. Die Verweigerung wird als Schaden für den Fairplay-Gedanken im Fußball angesehen.
InhaltOmar Artan hätte als erster Schiedsrichter aus Somalia an der WM teilnehmen sollen. Der US-Grenzschutz sprach jedoch von "Bedenken bei der Sicherheitsüberprüfung". Die USA haben dem für die Fußballweltmeisterschaft vorgesehenen Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert. Der Schiedsrichter habe "aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung" nicht einreisen dürfen, teilte die Grenzschutzbehörde CBP mit. Artan wurde nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia. Die Grenzschutzbehörde nannte keine näheren Informationen zu dem Vorgang, Somalia steht allerdings auf einer Einreiseverbotsliste der US-Regierung. Präsident Donald Trump hat sich in der Vergangenheit mehrfach abschätzig über Menschen aus Somalia geäußert. Die Fifa bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme. Man sei "nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge, und wurde von den Behörden darüber informiert, dass sich der Status von Herrn Artan derzeit nicht ändern wird", teilte der Verband mit. Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in die USA kommen und habe ein gültiges Visum für die USA gehabt, sagte Ciise Aden Abshir vom somalischen Sportministerium. "Ihm die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern und ihn daran zu hindern, geplante Spiele zu leiten, schadet nicht nur ihm persönlich, sondern untergräbt auch das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness, Leistung und dem Geist des Fairplay", sagte Abshir. Artan hätte als erster Referee seines Landes bei einer Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen sollen. "Es ist für mich eine große Ehre, als erster Somali dabei zu sein", hatte er kürzlich in einem Beitrag von Al-Dschasira gesagt. Der 34-Jährige gehörte zu den insgesamt 52 Schiedsrichtern, die von der Fifa für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nominiert wurden. Das Turnier beginnt am Donnerstag mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika. Geleitet wird es vom brasilianischen Schiedsrichter Wilton Sampaio, wie die Fifa mitteilte. Er ist seit 2013 Fifa-Schiedsrichter. Sampaio zur Seite stehen seine Assistenten und Landsmänner Bruno Pires und Bruno Boschilia. Als vierter Offizieller ist Juan Gabriel Benitez aus Paraguay eingeplant, als Videoassistent Nicolas Gallo aus Kolumbien. Für die zweite Partie der Gruppe A zwischen Südkorea und Tschechien ist der Ägypter Amin Mohamed verantwortlich, Kanada gegen Bosnien-Herzegowina in der Gruppe B pfeift der Argentinier Facundo Tello. Ein Referee aus Europa kommt mit dem Niederländer Danny Makkelie erst im vierten Spiel zwischen USA gegen Paraguay zum Einsatz. Wann der Berliner Felix Zwayer, der einzige deutsche Schiedsrichter bei dem Turnier, zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.