Datum09.06.2026 01:42
Quellewww.spiegel.de
TLDREin US-Gericht hat die von Donald Trump eingeführte 100.000-Dollar-Gebühr für H-1B-Visa für Fachkräfte gestoppt. Diese Gebühr sollte ausländische Arbeitskräfte weniger attraktiv machen und heimische Arbeitsplätze schützen. Laut dem Richter griff die Regierung damit in die Befugnisse des Kongresses ein. Die Entscheidung, die noch nicht rechtskräftig ist, betrifft vor allem Indien, aus dem viele H-1B-Visa-Empfänger stammen. Es wird eine Berufung durch die Regierung erwartet.
InhaltDonald Trump will US-Fachkräften auf dem heimischen Arbeitsmarkt Vorteile verschaffen. Dazu wurden Expertenvisa für Ausländer teils um das 50-fache verteuert. Doch nun sagt ein Richter: Dazu hat der US-Präsident kein Recht. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump muss nach einem Gerichtsurteil bei ihren verschärften Visa-Regeln nachbessern. Ein Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts hob die Pflicht zur Zahlung von 100.000 US-Dollar (fast 87.000 Euro) für das sogenannte H-1B-Visum auf. Der Richterspruch erfolgte auf eine Klage von 20 von Demokraten regierten Bundesstaaten. Mit diesem Arbeitsvisum können US-Firmen hoch qualifizierte Beschäftigte wie zum Beispiel Programmierer für mehrere Jahre ins Land holen (mehr hier). Bevor die Trump-Regierung die Gebühr auf 100.000 Dollar hochsetzte, waren einige Tausend Dollar dafür fällig gewesen. Laut US-Medien wäre die Gebühr von 100.000 US-Dollar jährlich fällig gewesen, die H-1B-Visa gelten bis zu sechs Jahre lang. Das Gericht ist der Auffassung, dass die Trump-Regierung damit in einen Bereich eingegriffen habe, der eigentlich dem Kongress vorbehalten sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann noch Berufung eingelegt werden, was die Regierung laut US-Medienberichten auch vorhat. Die Trump-Regierung hatte im Herbst 2025 die 100.000-Dollar-Gebühr eingeführt. Sie argumentierte, dass in der Vergangenheit die Beantragung eines solchen Visums gezielt ausgenutzt worden sei, um amerikanische Arbeitskräfte durch niedriger bezahlte aus dem Ausland zu ersetzen. Mehrere Bundesstaaten klagten gegen die Erhöhung und befürchteten einen Personalmangel zum Beispiel im medizinischen Bereich oder in der Techbranche. Besonders in Indien hatte die neue Gebühr Besorgnis ausgelöst. Rund drei Viertel der Empfänger von H-1B-Visa kommen aus dem Land. An anderer Stelle versucht die Trump-Regierung derzeit zusätzlich Geld mit Visaverfahren zu machen. So plant das Außenministerium einen Expressservice für Touristen- und Geschäftsvisa. Damit soll ein Termin für den Antrag binnen zehn Tagen zu bekommen sein. Billig ist das nicht: 750 US-Dollar soll das Schnellverfahren kosten. Und ausdrücklich gibt es keine Garantie, dass der Antrag auch bewilligt wird. In Amerika ist nur noch willkommen, wer Donald Trump gefällt. Erst traf es Hunderttausende Migranten in Niedriglohnjobs, nun Techfachleute, Journalisten und ehrgeizige junge Menschen aus aller Welt. Zum Schaden der Wirtschaft. Mehr hier .