Datum09.06.2026 01:13
Quellewww.zeit.de
TLDRFinanzminister Klingbeil unterstützt die DGB-Forderung nach einer verpflichtenden Betriebsrente zur Stärkung des Rentensystems. Er betont die Notwendigkeit einer Kombination aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge. Die CDU lehnt die Idee ab. Klingbeil hofft auf eine Einigung mit Sozialpartnern für wirtschaftlichen Aufschwung und stabile Renten. Eine Rentenkommission arbeitet an Empfehlungen.
InhaltDer Bundesfinanzminister hält die Forderung des Gewerkschaftsbunds zu verpflichtenden Betriebsrenten für sinnvoll. Aus der CDU gab es bereits Kritik an der Idee. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich der Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für verpflichtende Betriebsrenten angeschlossen. "Wenn wir die gesetzliche stärken, das haben wir gemacht, wenn wir die betriebliche verpflichtend machen und wenn wir die private ausbauen, dann haben wir eine Chance, das Rentensystem wirklich zukunftsfähig zu machen", sagte der SPD-Chef in der ARD-Sendung Arena. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte zuletzt im Zuge der geplanten Rentenreform eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten gefordert. DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprach sich gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland dafür aus, eine solche Absicherung über Tarifverträge zu organisieren und von Arbeitgebern mitfinanzieren zu lassen. Die CDU-Wirtschaftspolitikerin Gitta Connemann, Bundesvorsitzende der Mittelstandsunion, lehnte den Vorstoß des DGB ab. Klingbeil verwies auf das anstehende Treffen mit den Sozialpartnern. "Ein gemeinsames Bündnis zu haben, wo wir sagen, wie können wir Deutschland wieder wirtschaftlich stärker machen, hilft auch dafür, dass am Arbeitsmarkt die Situation besser wird", sagte er. An diesem Mittwoch wollen Spitzen von Union und SPD Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber und Gewerkschaften treffen. Klingbeil zeigte sich in der ARD optimistisch, dass das Rentensystem in Deutschland durch Reformen der Bundesregierung stabil gehalten werden kann. Die schwarz-rote Koalition will eine Reform basierend auf Vorschlägen einer Rentenkommission vorantreiben. Die Gruppe hat ihre Arbeit im Dezember 2025 aufgenommen und will ihre Reformempfehlungen am 30. Juni vorlegen. Der Bundesfinanzminister sprach sich auch dafür aus, Anreize zu schaffen, damit Menschen selbst mehr in ihre Rente investieren. Der Finanzminister verwies auf die sogenannte Frühstart-Rente, bei der der Staat Kindern und Jugendlichen monatlich zehn Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzahlt. Weiter müsse aber die gesetzliche Rente die Grundlage "für alles" sein, sagte Klingbeil. Im Zentrum der nun anstehenden Beratungen und Reformen steht Klingbeil zufolge die Wirtschaft. "Wir müssen rauskommen aus viereinhalb Jahren kein Wirtschaftswachstum", sagte er. Wenn die Wirtschaft wachse, führe das auch zu mehr Arbeitsplätzen, antwortete er auf eine Publikumsfrage nach Jobaussichten im Land. Bis zur Sommerpause soll ein Koalitionsausschuss das "maßgeblich in den Fokus nehmen", sagte Klingbeil.