Datum08.06.2026 22:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRFranz Müntefering, ehemals SPD-Chef, verteidigt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen Kritik und spricht von "Hinterhältigkeit" in der Kanzlerkritik. Obwohl er letztes Jahr von einer Merz-Wahl abriet, hält er nun: "Lassen wir ihn doch mal". Merz, ebenfalls aus dem Sauerland, steht wegen seiner Rhetorik und Kommunikationsdefizite in der Kritik. Cem Özdemir wurde zum "Politiker des Jahres" gekürt.
InhaltNoch letztes Jahr riet er davon ab, Merz zu wählen, doch Franz Müntefering scheint es zu viel zu werden mit der Kanzlerkritik: Der ehemalige SPD-Chef verteidigt den CDU-Kanzler und spricht von "Hinterhältigkeit". Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) keine Ratschläge unter Sauerländern für seine Kommunikationsstrategie machen. "Soviel Hinterhältigkeit ist doch da. Ich denke mir: Lassen wir ihn doch mal", sagte er am Abend bei der Verleihung des Politikawards für sein Lebenswerk des Magazins "Politik & Kommunikation" und der Quadriga Hochschule in Berlin. Noch vergangenes Jahr hatte Müntefering in einem eindringlichen Video von der Wahl von Friedrich Merz abgeraten. "Von 1982 bis 1998 war Helmut Kohl Kanzler. Der hat ihn nicht in sein Kabinett geholt und 2005 bis 2021 Merkel auch nicht. Warum? Weil sie ihn nicht haben wollten. Die haben ihn gekannt. Die haben gewusst, das ist nicht gut mit dem", sagte Müntefering. Merz und Müntefering stammen aus dem Sauerland. Der Kanzler steht wegen seiner zu forschen Rhetorik in der Kritik und hat bereits selbst Kommunikationsdefizite eingeräumt. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) würdigte Müntefering in seiner Laudatio als jemanden aus dem Maschinenraum, "der nicht schweigt, wenn es darauf ankommt". Mit den "Politikawards" zeichnen das Magazin "Politik und Kommunikation" und die Quadriga Hochschule seit 2003 Politiker aus, die durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen sind. Der neue baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) wurde als "Politiker des Jahres" ausgezeichnet. Er ließ sich bei der Gala in Berlin aber wegen eines nächtlichen Brands in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen entschuldigen. Lesen Sie hier , warum Reden voller "Blut, Schweiß und Tränen" den Kanzler auch nicht retten werden.