Sexueller Missbrauch: Papst Leo will die Kirche zu einem »sicheren Ort« machen

Datum08.06.2026 22:03

Quellewww.zeit.de

TLDRPapst Leo XIV. sicherte Opfern sexuellen Missbrauchs in der Kirche "zusätzliche Anstrengungen" zu, um diese zu einem "sicheren Ort" zu machen. Während seiner Spanienreise traf er ausgewählte Opfer, jedoch blieben wichtige Opferverbände ausgeschlossen, was Kritik hervorrief. Leo bezeichnete Missbrauch zuvor als "Plage" und forderte Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. In Spanien gibt es eine hohe Dunkelziffer von Betroffenen, und ein Abkommen zur Entschädigung wurde kürzlich geschlossen.

InhaltBei seiner Spanienreise hat sich Papst Leo XIV. mit Missbrauchsopfern getroffen und offenbar Zugeständnisse gemacht. Wichtige Opferverbände waren nicht eingeladen. Papst Leo XIV. hat Opfern sexueller Gewalt "zusätzliche Anstrengungen" des Vatikans für einen Wandel in der katholischen Kirche zugesagt. Während seiner einwöchigen Spanien-Reise traf er sich mit sechs Menschen, die Opfer sexueller Gewalt durch Kirchenangehörige geworden waren. Im Rahmen dieses Treffens stimmte Leo Vorschlägen von Beteiligten des Treffens zu, die zur Grundlage dieser Anstrengungen werden sollen. Die Kirche müsse wieder ein "sicherer Ort" sein, sagte Leo. Mehrere wichtige Opfervereinigungen hatten keine Einladung zu dem Treffen erhalten. Sie kritisierten, dass sich der Papst nur mit einigen wenigen Opfern und unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffe. Offenbar gehe es darum, das Thema zu "verstecken", teilten mehrere Verbandssprecherinnen und Verbandssprecher mit. Vor dem Austausch mit den Opfern hatte Leo bei einem Treffen mit spanischen Bischöfen die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche als "Plage" kritisiert. Die Kirche müsse "auf diese Plage" mit "Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung" antworten. In Spanien war der Missbrauch durch Geistliche lange kleingeredet und nicht aufgearbeitet worden. Während die spanische Bischofskonferenz von gut 1.000 dokumentierten Fällen seit 1940 spricht, geht eine vom spanischen Parlament beauftragte Ombudsstelle auf Basis einer aktuellen Umfrage von mindestens 236.000 Betroffenen aus. Im März schlossen die Regierung und die katholische Kirche in Spanien nach jahrelangen Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller Übergriffe. Dieses soll auch in Fällen greifen, in denen mutmaßliche Täter bereits verstorben und Vorkommnisse zu lange her sind, als dass sie noch strafrechtlich verfolgt werden könnten.