Datum08.06.2026 21:21
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Gericht hat zugestimmt, Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, aus der Untersuchungshaft zu entlassen, damit er sich um seine schwer kranke Mutter kümmern kann. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, sodass Høiby vorerst in Haft bleibt. Das Urteil in seinem Vergewaltigungsprozess wird nächste Woche erwartet. Høiby wurde im Februar inhaftiert, nachdem er mehrfach gegen ein Kontaktverbot verstoßen hatte.
InhaltWird der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit bald aus der Untersuchungshaft entlassen? Nach einem positiven Gerichtsentscheid hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Nun soll eine höhere Instanz urteilen. Ein Gericht in Norwegen hat entschieden, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit aus der Untersuchungshaft zu entlassen, damit dieser bei seiner schwer kranken Mutter sein kann. Damit gaben die Richter in Oslo einem Antrag von Marius Borg Høiby am Montagabend statt. Gegen die Entscheidung legte die Staatsanwaltschaft jedoch umgehend Berufung mit aufschiebender Wirkung ein. Høiby muss deshalb in Untersuchungshaft bleiben, bis eine höhere Instanz den Fall geprüft hat. Die Polizei hatte sich zuvor gegen eine Freilassung ausgesprochen. Das Gericht sah das anders: "Die Fortsetzung der Inhaftierung wäre nicht nur für Høiby, sondern auch für seine Mutter in der ohnehin schwierigen Lage, in der sie sich befinden, sehr belastend", zitierte die norwegische Zeitung "Verdens Gang" das Gericht. In einer Woche wird das Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen den 29-Jährigen verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Gefängnis gefordert, die Verteidigung einen Freispruch von den schwersten Vorwürfen, vier Fällen von Vergewaltigung. "Da drinnen zu sitzen, während Mama so krank ist, ist nicht auszuhalten", sagte Høiby bei dem Gerichtstermin in Oslo laut der Zeitung "Verdens Gang". Es sei sehr hart für ihn, seiner Mutter in ihrer Situation nicht beistehen zu können. Vor Gericht beteuerte der Norweger, dass er jetzt "niemals etwas tun würde, dass die Situation verschlimmert. Das ist undenkbar für mich." Zuvor hatte Høiby das Gefängnis am Montag Medienberichten zufolge für einige Stunden verlassen dürfen, um an einem Informationstreffen zum Gesundheitszustand der Kronprinzessin teilzunehmen. Dieser hatte sich nach Angaben des norwegischen Hofs in letzter Zeit erneut drastisch verschlechtert. Wegen ihrer "lebensbedrohlichen chronischen Lungenkrankheit" sei Mette-Marit nun auf eine Warteliste für eine Transplantation gekommen, hieß es am Freitag. Bereits im Dezember hatte das Königshaus mitgeteilt, dass die Kronprinzessin eine neue Lunge braucht. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose. Im Alltag benutzt sie inzwischen ein Sauerstoffgerät. Das Informationstreffen habe am Sitz der Kronprinzenfamilie, Schloss Skaugum, stattgefunden, sagte Høiby laut "Verdens Gang" vor Gericht: "Mama zu Hause zu sehen war ein ganz anderes Erlebnis, als sie im Gefängnis in Oslo zu sehen. Das war eine ganz andere Mama, das war unglaublich gut zu sehen." Am Sonntag hatte Mette-Marit ihren ältesten Sohn gemeinsam mit ihrem Mann Haakon in der Haft besucht. "Jeder Sonntag, an dem wir uns sehen, kann das letzte Mal sein, dass wir uns sehen", sagte Høiby den Angaben zufolge. Die Freilassung aus der Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel hatte Høiby bereits im Mai erfolglos beantragt. Damals ging die Sache bis vor das höchste norwegische Gericht. Den neuen Antrag hatten die Verteidiger mit Mette-Marits verändertem Gesundheitszustand begründet. Der Sohn der Kronprinzessin sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Er hatte mehrfach gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen, die auch als mutmaßliches Opfer im Prozess gegen ihn ausgesagt hatte. Høiby bestreitet, dass Wiederholungsgefahr bestehen könnte. Seine Ex-Freundin scheint das nicht so zu sehen: Mehrere Personen in Høibys Umfeld hätten in letzter Zeit versucht, ihre Mandantin dazu zu bewegen, das Kontaktverbot aufheben zu lassen, sagte die Anwältin der Ex-Freundin, Mette Yvonne Larsen, der Zeitung "Aftenposten". "Sie hat gesagt, dass sie das Kontaktverbot aufrechterhalten möchte", sagte Larsen der Zeitung.