Datum08.06.2026 20:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRApple hat auf der WWDC 2026 eine fortschrittliche KI-gestützte Siri vorgestellt, die auf verbesserte Privatsphäre und natürlichere Sprachinteraktionen setzt. Die neue „Siri AI“ kann kontextbezogene Aufgaben lösen, wie das Erstellen von Menüs oder das Aufschlüsseln von Restaurantrechnungen. Anfangs wird sie nur auf Englisch verfügbar sein. Zusätzlich kündigte Apple Neuerungen bei macOS und verbesserte Kindersicherungsfunktionen an, darunter Zeitlimits für Apps und Website-Filter.
InhaltZwei Jahre, nachdem sie erstmals gezeigt wurde, will Apple im KI-Rennen mit einer intelligenteren Sprachassistentin aufholen. Nutzer in Deutschland benötigen aber wohl noch Geduld. Für Apple hat der Montag besser angefangen als erwartet. Für die Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC in Cupertino hatte die hauseigene Wetter-App kühle 16 °C und dichte Bewölkung vorhergesagt. Stattdessen wurden die rund 2000 Gäste im Apple Park von strahlendem Sonnenschein empfangen. Abweichend von früheren Keynotes kam Softwarechef Craig Federighi sieben Minuten vor Beginn der Keynote auf die Bühne, um Tim Cook zu preisen und ihn wie einen Master of Ceremony anzukündigen: "Applaus für den Mann, den Mythos, die Legende!" Was folgte, war donnernder Beifall für Cook. Dann ging es zwar mit einem amüsanten Auftritt von Federighi und einem Video im Siebzigerjahre-Hippie-Stil weiter, aber die Höhepunkte ließen auf sich warten. Das nächste macOS wird "Golden Gate" heißen. Zudem werden Apples Betriebssysteme vornehmlich in Details verbessert und verfeinert. Dazu gehört, dass man den transparenten Look von Liquid Glass künftig feiner steuern kann. Die wichtigen News zum Thema KI leitete Federighi mit einem Exkurs zum Thema Privatsphäre ein. Was er gleich klarstellte: Apple Intelligence soll auch in Kombination mit Googles-Gemini-Modellen nach dem Prinzip von Private Cloud Compute laufen. Aufgaben, die vom Gerät in die Cloud ausgelagert werden müssen, können dort also nicht gespeichert werden, sondern werden von den Servern sofort wieder vergessen, weil sie keine Festplatten haben. Federighi betonte: "Wir sind überzeugt: Privatsphäre in KI ist nicht verhandelbar." Die neue Siri-Version wird als "Siri AI" bezeichnet. Im Video wurde gezeigt, wie die neue KI etwa den Ort erkennt, an dem ein Foto aufgenommen wurde, wie sie eine Route zu jemanden berechnete, von dem der Präsentator nur sagte "Wo wohnt sie nochmal?" Beeindruckender als diese Aufgaben war, wie realistisch die neue Siri-Stimme klingt, wie lebendig sie Aussagen betonen kann und wie leicht man ihren Sprechstil an persönliche Vorlieben anpassen kann. Ähnlich wie ChatGPT und Alexa+ kann man mit der neuen Siri AI auch "normale" Unterhaltungen führen. Etwa ausgehend von der Frage: "Welches Rezept hat meine Tochter letztens erwähnt?" lässt sich nicht nur das Rezept heraussuchen, sondern auch ein dazu passendes Menü für einen Fernsehabend erstellen und passende Gäste einladen. Siri soll aus dem Foto einer Mahlzeit deren Kaloriengehalt abschätzen können. Daran haben sich schon viele andere versucht. Wie genau die Berechnungen wirklich sind, bleibt abzuwarten. Einfacher wird die Möglichkeit, eine Restaurantrechnung zu fotografieren und davon ausgehend ausrechnen zu lassen, wer wie viel zu zahlen hat. Auf Macs lassen sich Unterhaltungen mit Siri in der Spotlight-Suchbox starten. Das Vorgehen ist ähnlich wie bei einer Unterhaltung mit ChatGPT. Mit dem feinen Unterschied, dass die KI-Funktion auf diesem Weg beispielsweise auch Zugriff auf E-Mails und Dateien hat, was die Möglichkeiten erweitert und die Nutzung vereinfacht. Allerdings hörte man Siri dabei fast nie sprechen. Stattdessen wurde gezeigt, wie die Antworten von der KI als Text auf dem Bildschirm ausgegeben wurden. Zunächst wird die neue Siri nur auf Englisch verfügbar sein, soll aber "bald auf anderen Sprachen ausgeweitet werden." Daneben ging es noch um Verfeinerungen des Softwaredesigns. Die Ladezeiten von Apps, Fotos und anderen Daten auf iPhones sollen teils drastisch verkürzt werden. Apple protzte mit um 30 bis 70 Prozent schnelleren Ladezeiten – ohne allerdings zu verraten, worauf genau sich der Vergleich bezieht. Kindersicherheit wird bei Apple in diesem Jahr großgeschrieben. So hat das Unternehmen für Eltern einen Guide entwickelt, der ihnen helfen soll, bei den ersten Schritten im Netz zu helfen. Über einen neuen Set-up-Assistenten können sie künftig gezielt festlegen, welche Apps ihre Kinder nutzen, welche Websites sie besuchen und mit welchen Personen sie chatten dürfen. Über die Funktion "Time Allowances" können Eltern zudem festlegen, wie viel Zeit ihre Kinder täglich mit Apps zur Unterhaltung, Spielen und Social Media verbringen dürfen. Diese Vorgaben lassen sich um Sperrzeiten erweitern, sodass etwa in der Schule andere Zeitvorgaben und Restriktionen gelten. In Kürze mehr bei SPIEGEL.de