Zahl der Beratungen bei Frauen-Hilfetelefon erreicht Höchststand

Datum08.06.2026 17:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" verzeichnete 2024 einen Höchststand mit 69.500 Beratungen, durchschnittlich 190 täglich. Hauptgründe für Kontakte waren häusliche und sexualisierte Gewalt. Die Zahlen stiegen seit 2013 stark an. Die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und das wachsende Bewusstsein für geschlechtsspezifische Gewalt werden als Gründe genannt. Auch Online- und Beratungsangebote für das soziale Umfeld werden vermehrt genutzt. Das anonyme und kostenlose Angebot unter der Nummer 116 016 ist rund um die Uhr erreichbar.

InhaltBeim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" erhalten Betroffene und ihr Umfeld schnell Hilfe. Im vergangenen Jahr gab es so viele Beratungen wie noch nie. Die Zahl der Beratungen am bundesweiten Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hat im vergangenen Jahr erneut einen Höchststand erreicht. 69.500-mal wählten Betroffene oder deren Angehörige im vergangenen Jahr die Hotline oder kontaktierten die Onlineangebote des Hilfetelefons, um Unterstützung zu erhalten. Das entspricht durchschnittlich 190 Beratungen pro Tag – und mehr als 4000 Beratungen mehr als 2024. Die Zahlen stammen aus dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Wie aus dem parallel veröffentlichten Jahresbericht zum Hilfetelefon  hervorgeht, waren die häufigsten Anlässe für die Kontaktaufnahme häusliche Gewalt (32.186 Fälle) und sexualisierte Gewalt (6435 Fälle). 3561-mal berieten die Helferinnen und Helfer am Telefon wegen psychischer Gewalt, 2439-mal suchten die Anruferinnen eine Telefonberatung zum Thema Stalking auf. Im Jahr davor hatte die Beratungsstelle rund 61.200 Kontakte registriert. 2013 wurde das Hilfetelefon eingerichtet. Im Gründungsjahr verzeichneten die Helfer 18.812 Beratungen. Seitdem haben sich die Zahlen mehr als verdreifacht. "Geschlechtsspezifische Gewalt ist in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, und auch unsere Öffentlichkeitsarbeit zeigt Wirkung", sagte Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons. Neben telefonischen Beratungen nutzten Betroffene zudem verstärkt das Onlineangebot des Hilfetelefons. Der Anteil der Beratungen per E-Mail und Chat stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 14 Prozent. Auch das soziale Umfeld betroffener Frauen meldete sich häufiger, um beraten zu werden: Die Zahl der Anfragen aus dem Familien- und Freundeskreis stieg im Vergleich zu 2024 um 12 Prozent. Sie macht rund ein Fünftel aller Beratungskontakte aus. Das Hilfetelefon  ist europaweit unter der Nummer 116 016 um die Uhr erreichbar. Rund 100 Beraterinnen helfen von Gewalt betroffenen Frauen kostenlos, anonym und vertraulich, auch in anderen Sprachen. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen vermittelt die Hotline betroffene Frauen und Mädchen auch an örtliche Beratungsstellen und an Frauenhäuser.