Datum08.06.2026 17:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach der plötzlichen Sperrung der Bonner Nordbrücke aufgrund von Schäden prüft die Stadt, den öffentlichen Nahverkehr vorübergehend kostenlos anzubieten. Ziel ist es, Pendler zum Umstieg zu bewegen und Verkehrsprobleme zu lindern. Eine Entscheidung soll der Stadtrat treffen, das Angebot könnte bis Ende Juni gelten. Die Kosten sind hoch, bestehende Abonnements werden nicht erstattet. Die Nordbrücke ist eine wichtige Verkehrsverbindung, ihre Zukunft ist unklar.
InhaltDie Sperrung der Bonner Nordbrücke ist für die Region ein großes Problem, viele Pendler sind betroffen. Die Stadt sucht nun nach Lösungen. Die plötzliche Sperrung der Nordbrücke in Bonn trifft insbesondere Pendler in der Region hart. Aufgrund der Verkehrsprobleme könnte der öffentliche Personennahverkehr in Bonn nun vorübergehend kostenlos werden. Das gehöre zu den Maßnahmen, die derzeit im "absoluten Mittelpunkt" stünden, sagte Oberbürgermeister Guido Deús (CDU): "Wir möchten ein Anreizsystem setzen, damit so viele Menschen wie irgendwie möglich den ÖPNV nutzen." Am Donnerstag soll der Stadtrat über eine entsprechende Vorlage beraten. Deús zufolge könnte das Angebot zunächst bis Ende Juni gelten. Bestehende Abonnements würden allerdings nicht erstattet. Der Bürgermeister verwies auf die damit verbundenen Kosten: "Wir können uns schon vieles von dem, was ich Ihnen hier sage, in unserer Finanzsituation eigentlich nicht leisten und machen es trotzdem", sagte er. Dass man bei einem bestehenden Abo Geld zurückbekomme, könne er nicht verkünden. Die Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Am Mittwoch war die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein aber wegen neu entdeckter Schäden bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Ob sie noch einmal freigegeben werden kann, ist bislang unklar. Für die Region war das ein Schock. Bonn versucht nun mit Sofortmaßnahmen, die Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr abzumildern. Die an die Brücke angrenzenden Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg werden freigegeben, wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilt. Die Brücke selbst bleibe aber weiterhin gesperrt, sagte eine Sprecherin. Durch die Freigabe der Anschlussstelle verkürzt sich der gesperrte Abschnitt der Autobahn 565. Fahrzeuge können nun bis zu den beiden Anschlussstellen an die Brücke heranfahren, sie aber weiterhin nicht überqueren. Die Maßnahme soll den Verkehr nach Angaben der Autobahn GmbH "gezielt" entzerren. Immer häufiger müssen zerbröselnde Brücken für den Verkehr gesperrt werden. Mit chaotischen Folgen für die Region. Mehr dazu lesen Sie hier.