Datum08.06.2026 16:53
Quellewww.zeit.de
TLDRNach Eskalationen zwischen Israel und dem Iran, ausgelöst durch israelische Angriffe auf den Iran und iranische Raketen auf Israel, haben beide Seiten auf Wunsch von US-Präsident Trump vorerst Angriffe eingestellt. Der Iran begründete seine Angriffe als Reaktion auf israelische Attacken im Libanon. Trump kündigte die Fortsetzung von Verhandlungen für eine Friedenslösung an.
InhaltAuf Wunsch von US-Präsident Donald Trump will Israel seine Angriffe auf den Iran einstellen. Zuvor hatte der Iran seine Angriffe bereits für beendet erklärt. Nach der jüngsten Eskalation zwischen Israel und dem Iran wollen beide Seiten ihre Angriffe zunächst einstellen. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte dem Nachrichtenportal ynet, Israel werde die Angriffe auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump beenden. Auch eine israelische Quelle bestätigte der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Berichte. Zuvor hatte bereits die iranische Militärführung mitgeteilt, ihre Angriffe auf Israel einzustellen. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung des Libanons Israel eine "schmerzhafte Antwort" erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. "Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekanntgegeben." Sollten die Kampfhandlungen weitergehen, darunter Israels Angriffe im Südlibanon, würden "härtere und vernichtendere Maßnahmen als bisher" erfolgen, drohte Irans militärisches Hauptquartier Chatam al-Anbjia. Kurz darauf erfolgten neue Angriffe der israelischen Armee im Süden des Libanons. Die Hisbollah feuerte ihrerseits Raketen auf dort stationierte israelische Soldaten. US-Präsident Trump hatte zuvor auf seiner Social-Media-Plattform den Iran und Israel aufgefordert, die Angriffe sofort einzustellen. Wenig später teilte er mit, beide Seiten würden einen "sofortigen Waffenstillstand" in Betracht ziehen. Die Verhandlungen für eine Friedenslösung würden fortgesetzt, dabei solle es "schnell vorangehen". Die Seeblockade der Straße von Hormus werde solange aufrechterhalten, postete Trump. Seit den frühen Morgenstunden flog das israelische Militär nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf den Iran und reagierte damit auf den vorherigen Raketenbeschuss aus Teheran. Die Armee sprach von einem "großangelegten Angriff". Zahlreiche israelische Kampfflugzeuge hätten dabei "strategische Verteidigungssysteme" der iranischen Führung ins Visier genommen. Im Südwesten des Irans sei zudem eine Anlage der petrochemischen Industrie angegriffen worden. Der Iran antwortete wiederum mit mehreren Angriffswellen. In vielen Orten im Norden, Süden und Zentrum Israels heulten die Sirenen. Die Einwohner waren aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben. In den betroffenen Gegenden waren Medienberichten zufolge Explosionen zu hören, während die Luftabwehr versuchte, anfliegende iranische Geschosse noch in der Luft abzufangen. Der Iran habe seit Sonntagabend bislang mehr als 20 ballistische Raketen Richtung Israel gefeuert, hieß es aus israelischen Armeekreisen. Der Iran sperrte unterdessen seinen kompletten Luftraum. Das Flugverbot gelte bis auf weiteres, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sämtliche Verbindungen an allen iranischen Flughäfen seien gestrichen. Iranischen Angaben zufolge wurden bei Israels Luftangriffen 15 Menschen verletzt, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Rettungsdienste des Landes berichtete. Es gebe bislang keine Toten infolge der Angriffe. 14 der Verletzten stammten demnach aus der Provinz Chusestan im Landessüden. Einer der Verletzten stammte aus der Hauptstadt Teheran. Der Iran begründete seine ersten Angriffe am Sonntagabend mit "wiederholten Verstößen" der israelischen Armee gegen die separat vereinbarte, aber bislang äußerst brüchige Waffenruhe im Libanon. Konkret reagierte der Iran damit auf Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut. Israel nahm dabei nach eigenen Angaben als Reaktion auf Beschuss durch die Hisbollah "Terroristen-Hauptquartiere" ins Visier. Die Schiiten-Miliz ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Israel und der Libanon hatten sich vergangenen Donnerstag auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der Waffenruhe in dem Konflikt geeinigt. Bedingung war unter anderem, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel vollständig einstellt. Die Miliz selbst war nicht an den Gesprächen beteiligt, lehnte die Vereinbarung strikt ab und setzte die Angriffe auf Israel fort. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur sehr begrenzten Einfluss auf die Hisbollah.