Abgeordnetenhauswahl: Harting will für die Linke ins Landesparlament

Datum08.06.2026 14:39

Quellewww.zeit.de

TLDROlympiasieger Christoph Harting kandidiert für die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus. Derzeit ist der 36-jährige Bundespolizist wegen einer psychischen Erkrankung dienstunfähig. Er möchte sich trotz dieser Einschränkung politisch für Berlin einsetzen und kandidiert im Wahlkreis Lichtenberg 1. Seine Dienstunfähigkeit ist der Partei bekannt und kollidiert nicht mit einem ehrenamtlichen Wahlkampf.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Abgeordnetenhauswahl“. Lesen Sie jetzt „Harting will für die Linke ins Landesparlament“. Leichtathletik-Olympiasieger Christoph Harting will bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September für die Linke antreten. Der 36-jährige Bundespolizist ist offiziell dienstunfähig. Er bewirbt sich im Lichtenberger Wahlkreis 1 um den Einzug ins Landesparlament. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Harting hatte 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio Gold im Diskuswerfen gewonnen.  Inzwischen engagiert er sich in Berlin auch politisch. "Meine komplexe Tätigkeit als Bundespolizist muss ich derzeit ruhen lassen", sagte er auf dpa-Anfrage. "Aber ich möchte trotzdem etwas Gutes tun und mich für gute und richtige Dinge einsetzen – auch wenn ich das in meinem eigentlichen Berufsfeld aktuell nicht kann." Hintergrund seiner Dienstunfähigkeit sei eine psychische Erkrankung. Harting hatte im Juli 2023 in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" offen über seine Probleme gesprochen. Laut einer Sprecherin der Linke in Berlin ist er seit Mitte 2024 bis auf Weiteres dienstunfähig. "Mit diesem Umstand geht Herr Harting offen um, was unseren größten Respekt verdient. Auch innerhalb der Linken ist dieser Sachverhalt von Anfang an bekannt", sagte sie der "Bild"-Zeitung.  Dem Wahlkampf stehe das nicht entgegen. Ein ehrenamtliches Engagement sei weder nach Umfang noch nach Intensität mit einer aktiven Tätigkeit im Polizeivollzugsdienst vergleichbar. Im April hatte in Berlin der Fall der einer der Finanzverwaltung beschäftigten SPD-Politikerin für Schlagzeilen gesorgt, die trotz einer langfristigen Krankschreibung Wahlkampf gemacht hatte.  Nach öffentlichem und innerparteilichem Druck verzichtete sie auf ihre Kandidatur als Bezirksbürgermeisterin und für einen Sitz in der Bezirksverordnetenversammlung. Die Spitze des SPD-Kreisverbands Berlin-Mitte hatte der SPD-Politikerin zuvor vorgeworfen, nicht transparent mit dem Thema umgegangen zu sein. © dpa-infocom, dpa:260608-930-190966/1