Marode Infrastruktur: ÖPNV in Bonn soll nach Brücken-Schock kostenlos werden

Datum08.06.2026 14:40

Quellewww.zeit.de

TLDRAufgrund der unerwarteten Sperrung der Bonner Nordbrücke plant die Stadt Bonn, den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vorübergehend kostenlos anzubieten. Diese Maßnahme soll Anreize schaffen, den ÖPNV zu nutzen und die Folgen für den innerstädtischen Verkehr zu mildern. Der Stadtrat berät am Donnerstag darüber. Oberbürgermeister Deús betonte die finanzielle Herausforderung, nannte jedoch die Abfederung der Auswirkungen als Priorität. Ein kostenloses Angebot sei bis Ende Juni denkbar, Rückerstattungen für bestehende Abonnements sind ausgeschlossen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Marode Infrastruktur“. Lesen Sie jetzt „ÖPNV in Bonn soll nach Brücken-Schock kostenlos werden“. Nach der plötzlichen Sperrung der Bonner Nordbrücke und den damit einhergehenden Verkehrsproblemen könnte der öffentliche Personennahverkehr in Bonn vorübergehend kostenlos werden. Das gehöre zu den Maßnahmen, die für Oberbürgermeister Guido Deús (CDU) derzeit im "absoluten Mittelpunkt" stünden. "Wir möchten ein Anreizsystem setzen, damit so viele Menschen wie irgendwie möglich den ÖPNV nutzen." Am Donnerstag soll der Stadtrat über eine entsprechende Vorlage beraten. Deús zufolge könnte das Angebot zunächst bis Ende Juni gelten. Bestehende Abonnements würden allerdings nicht erstattet. Der Bürgermeister verwies auf die damit verbundenen Kosten: "Wir können uns schon vieles von dem, was ich Ihnen hier sage, in unserer Finanzsituation eigentlich nicht leisten und machen es trotzdem", sagte er. Dass man bei einem bestehenden Abo Geld zurückbekomme, könne er nicht verkünden. Die Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Am Mittwoch war die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein aber wegen neu entdeckter Schäden bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Ob sie noch einmal freigegeben werden kann, ist aktuell noch unklar. Für die Region war das ein Schock. Bonn versucht nun mit Sofortmaßnahmen, die Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr abzumildern. © dpa-infocom, dpa:260608-930-190976/1