Kommunalwahl: SPD-Chef: Gute Basis für Entscheidung über Landratsamt

Datum08.06.2026 14:24

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD-Chef Georg Maier sieht Amtsinhaber Marko Wolfram gut für die Stichwahl um das Landratsamt in Saalfeld-Rudolstadt positioniert. Trotz schwierigem Bundestrend erzielte Wolfram 47,1% der Stimmen, sein AfD-Konkurrent Benninghaus 40,2%. Maier kritisiert die AfD für populistische Bundespolitik und mangelnde Personenüberzeugungskraft. Die hohe Wahlbeteiligung und die bisherige SPD-Hochburg bieten Wolfram eine gute Basis für seine dritte Amtszeit, was die Bedeutung der AfD-Kommunalwahlstärke unterstreicht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kommunalwahl“. Lesen Sie jetzt „SPD-Chef: Gute Basis für Entscheidung über Landratsamt“. SPD-Amtsinhaber Marko Wolfram hat sich nach Einschätzung von Thüringens Parteichef Georg Maier eine gute Basis für die Stichwahl um das Landratsamt in Kreis Saalfeld-Rudolstadt geschaffen. Vor dem Hintergrund des für die SPD schwierigen Bundestrends habe Wolfram ein sehr gutes Ergebnis erzielt, sagte der SPD-Vorsitzende und Innenminister der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.  In die Stichwahl in zwei Wochen (21. Juni) gehen Wolfram, der am Sonntag beim ersten Wahldurchgang 47,1 Prozent der Stimmen erhielt, und der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Benninghaus mit 40,2 Prozent der Stimmen. Der Kreis im Südosten Thüringens gilt bisher als SPD-Hochburg. Seit seiner Gründung 1994 standen mit Ausnahme von zwei Jahren immer Sozialdemokraten an der Spitze der Kreisverwaltung.  Wolfram sei ein nahbarer und pragmatischer Kommunalpolitiker, sagte Maier. Es geht für den 52-Jährigen um eine dritte Amtszeit. Wolfram und die anderen SPD-Wahlkämpfer würden in den nächsten Tagen auch auf die Menschen zugehen, die einen anderen Kandidaten im ersten Durchgang gewählt haben. Maier: "Ich bin zuversichtlich, dass Wolfram im zweiten Wahlgang die Nase vorn hat."  Der AfD warf der SPD-Chef vor, bei Kommunalwahlen immer wieder bundespolitische Fragen aufzuwerfen, die in den Städten, Gemeinden oder Kreisen gar nicht entschieden werden. Das sei vielfach Populismus, auch Ängste würden geschürt. Zu sehen sei, dass die AfD bei Personenwahlen nicht überzeugen könne. Nicht nur in Thüringen, sondern auch bei Kommunalwahlen in den Nachbarländern kämen rechtsextreme Kandidaten nicht zum Zug. "Das ist augenscheinlich." Er wünsche sich für die Stichwahl im Kreis Saalfeld-Rudolstadt, "dass die Vertreter der demokratischen Parteien zusammenstehen", so Maier. Im ersten Durchgang der Kommunalwahl lag die Wahlbeteiligung bei 56,0 Prozent - deutlich mehr als vor sechs Jahren mit 42,4 Prozent. Derzeit stellt die SPD Landräte in drei weiteren Kreisen - in Gotha, Nordhausen und dem Kyffhäuserkreis. Bei der AfD geht es bei der Wahl in Saalfeld-Rudolstadt darum, ob sie angesichts ihrer Stärke auf Landesebene auch in den Kommunen punkten kann. Die AfD hatte vor drei Jahren im südthüringischen Sonneberg erstmals in Deutschland mit Robert Sesselmann eine Landratswahl gewonnen. Das hatte damals bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. © dpa-infocom, dpa:260608-930-190818/1