Papst-Besuch in Spanien: Papst Leo warnt vor Aufrüstung und KI-Waffen

Datum08.06.2026 14:01

Quellewww.zeit.de

TLDRPapst Leo XIV. warnte im spanischen Parlament, erstmals von einem Papst, vor globaler Aufrüstung und KI-Waffen. Er betonte, dass Sicherheit nur durch Gerechtigkeit, Dialog und Völkerrecht entstehe. Automatisierte Waffensysteme seien inakzeptabel, da Entscheidungen über Leben und Tod nicht an Maschinen delegiert werden dürften. Der Papst forderte zudem einen besseren Umgang mit der Migrationskrise, die er als moralische Herausforderung bezeichnete, und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs sowie gegen gesellschaftliche Polarisierung auf.

InhaltBei seinem Spanienbesuch hat Leo XIV. vor dem Parlament gesprochen – als erster Papst jemals. Er warnte vor der zunehmenden Militarisierung, besonders vor Waffen mit KI. Papst Leo XIV. hat im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung auch in Europa gewarnt. Waffen könnten "niemals einen echten und dauerhaften Frieden schaffen", sagte der Papst vor dem Parlament in Madrid. Echte Sicherheit könne nur durch Gerechtigkeit, "geduldigen Dialog" und eine Achtung des Völkerrechts entstehen. Es war das erste Mal, dass ein Papst vor dem spanischen Parlament sprach. Leo XIV. warnte dabei auch vor dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen. Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden, sagte das Kirchenoberhaupt. Technologische Entwicklung sei niemals neutral, fügte er mit Blick auf seine Enzyklika "Magnifica humanitas" hinzu. Sie nehme "die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen". Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme. Papst Leo forderte einen besseren Umgang mit der "tragischen Migrationskrise". Er forderte sichere und legale Zugangswege für Geflüchtete sowie eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen. Die Politik müsse den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Das Thema sei keine bloße demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Zudem warnte Leo vor gesellschaftlicher Polarisierung und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf. Unterschiede dürften nicht zur Abwertung politischer Gegner führen, sondern müssten demokratisch ausgehandelt werden.