Datum08.06.2026 13:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRSean Penn mied die diesjährige Oscar-Gala. Er zog es vor, in Kiew die Ukraine zu unterstützen und traf sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Penn, dritter Oscar-Gewinner und entschiedener Ukraine-Unterstützer, nennt soziale Unbehaglichkeit, Abneigung gegen Smalltalk und Selfies als Gründe für seine Abwesenheit. Er genoss die Verleihung stattdessen im Fernsehen und konnte sie so erstmals "wirklich genießen". Seine Entscheidung, die Gala fernzubleiben, informierte er vorab seine Kollegen.
InhaltSmalltalk, Selfies und Preisverleihungen lösen bei Sean Penn Unbehagen aus. Kein Wunder also, dass er zuletzt die Oscar-Gala geschwänzt hat und stattdessen in Kyjiw war. Aus der Ferne habe er die Veranstaltung erstmals genossen. Sean Penn, 65, mag keine großen Partys. Zumindest, wenn es um selbstdarstellerische Szene-Events geht – deswegen sei er der Oscarverleihung in diesem Jahr ferngeblieben, wie der Schauspieler im Gespräch mit der CNN-Moderatorin Kaitlan Collins beim Tribeca-Filmfestival in New York erzählte. Von dem Talk gibt es keinen Mitschnitt. Mehrere Medien wie "Rolling Stone" und "Variety" berichten jedoch übereinstimmend über den Inhalt des Gesprächs. Er habe die Entscheidung, die Gala zu schwänzen, lange vor der Verleihung getroffen und den Abend stattdessen in der Ukraine verbracht, wo er sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj traf, sagte Penn laut den Medienberichten. Kyjiw verlieh ihm dafür eine Alternativtrophäe aus dem Metall eines kriegsbeschädigten Zugs. Der Schauspieler gilt als einer der entschiedensten Ukraine-Unterstützer Hollywoods. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Penn hatte im März den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle des Obersts Steven "Lockjaw" in Paul Thomas Andersons "One Battle After Another" erhalten. Es ist sein dritter Oscar, zuvor gewann er mit seinen Auftritten in "Mystic River" 2004 und "Milk". Bühnen ist Penn also gewohnt, Preisverleihungen aber lösten bei ihm soziales Unbehagen aus, sagte der Schauspieler. Er gehe "nirgendwo hin, um mit einer festgelegten Gruppe von mehr als acht Personen zusammen zu sein." Das erklärte er so: "Wenn du zwei Stunden für deinen Abend einplanst, bleiben dir 15 Minuten pro Person". Auch möge er weder Smalltalk noch Selfies. Lieber habe er die Verleihung im Fernsehen gesehen, als er in Kyjiw war – und sie dieses Jahr erstmals "wirklich genießen" können, wird er zitiert. Rückblickend sprach Penn von großer Dankbarkeit für seine Zusammenarbeit mit Anderson und dem Team von "One Battle After Another". Er habe seine Kolleginnen und Kollegen vorab informiert, dass er den Oscars fernbleiben würde. "Alle haben es verstanden. Sie kennen mich und wussten, das sei besser für meine mentale Gesundheit", so Penn. Draußen Krieg, drinnen Tralala: Die diesjähirge Oscargala ignorierte die Trump-Realität. Hollywood, das sich so gern als Symbol Amerikas und Gewissen der Welt aufspielt, versagte. Lesen Sie hier die Meinung von US-Korrespondent Marc Pitzke zur Preisverleihung.