Irankrieg : EU und Großbritannien warnen vor weiterer Eskalation

Datum08.06.2026 10:14

Quellewww.zeit.de

TLDRDie EU und Großbritannien appellieren an den Iran und Israel, gegenseitige Angriffe zu beenden und eine Deeskalation im Nahen Osten zu verfolgen. Angesichts erneuter Attacken beider Seiten fordert die EU eine diplomatische Lösung und Hilfe bei der Wiederherstellung des Handels. Großbritannien betont, dass niemand an einer Wiederaufnahme des Konflikts interessiert sei und Verhandlungen für Frieden und Stabilität fortgesetzt werden müssten. Die jüngsten Angriffe brechen eine zweimonatige Waffenruhe.

InhaltDie EU und Großbritannien rufen zur Deeskalation im Nahen Osten auf. Seit dem Abend gab es erstmals seit zwei Monaten zahlreiche gegenseitige Angriffe. Angesichts der erneuten gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Iran hat sich die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas besorgt gezeigt und zu Verhandlungen aufgerufen. Es müsse "eine diplomatische Lösung" in dem Konflikt geben, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister auf Zypern. Die Europäer könnten nach einem Ende der Kampfhandlungen helfen, etwa bei der Begleitung von Schiffen in der Straße von Hormus. Zunächst gehe es jedoch um die Waffenruhe, sagte Kallas. Themen wie das iranische Nuklearprogramm könnten später diskutiert werden. Statt den Konflikt weiter zu eskalieren, sollten sich die Kriegsparteien nun "an den Verhandlungstisch setzen und eine Einigung erzielen", forderte die Außenbeauftragte. Die EU sei mit beiden Seiten in Kontakt, "um ihnen diese Botschaft zu vermitteln". Auch die britische Regierung rief beide Seiten zur Deeskalation auf. Außenministerin Yvette Cooper schrieb auf X, niemand habe ein Interesse an der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen dem Iran und Israel. "Beide Seiten müssen sich in Zurückhaltung üben und die Lage umgehend deeskalieren." Verhandlungen für eine dauerhafte, für alle notwendige Lösung müssten fortgesetzt werden, um Frieden und Stabilität in der Region zu erreichen und den globalen Handel wiederherzustellen, schrieb Cooper. Zuvor hatten sich der Iran und Israel erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe vor zwei Monaten gegenseitig angegriffen. Am Sonntagabend feuerten zunächst die iranischen Streitkräfte mehrere Raketensalven auf Israel ab. Das zentrale Militärkommando des Iran bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die Streitkräfte die Angriffe mit "wiederholten Verstößen" der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Ziel der Angriffe waren iranischen Angaben zufolge israelische Luftwaffenstützpunkte. Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen abgefangen. Noch am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump ein Ende der iranischen Angriffe gefordert. In der Nacht telefonierte er mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und forderte diesen laut US-Medienberichten auf, auf Gegenangriffe zu verzichten, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und ein Abkommen zu schließen. Israel setzte sich über die Bitten ihres engsten Verbündeten hinweg: In der Nacht griff die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Westen und im Zentrum des Iran an. Iranische Medien und Nachrichtenagenturen berichteten von Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in den Großstädten Tabris und Isfahan. Am Morgen setzte die iranische Revolutionsgarde ihre Raketenangriffe auf Israel fort. Mehrfach wurde in Israel Luftalarm ausgelöst und die Bevölkerung aufgerufen, Schutz zu suchen. Auch aus dem Jemen, wo die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz operiert, wurde Raketenbeschuss auf Israel gemeldet. "Die Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen", teilte die Armee am Morgen mit. Sie griff daraufhin nach eigenen Angaben eine Anlage der petrochemischen Industrie in der iranischen Hafenstadt Mahschahr an.