Trump tobt nach Israels Vergeltungsschlägen gegen Iran

Datum08.06.2026 06:45

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump kritisiert Israels Vergeltungsschläge gegen den Iran scharf und drängt auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Er kündigte an, Premierminister Netanjahu anzurufen, um ihn von weiteren militärischen Aktionen abzubringen. Trump glaubt an eine baldige Abmachung mit Teheran und betont seine alleinige Entscheidungsgewalt über entsprechende Deals. Die jüngsten Raketenangriffe aus dem Iran und dem Jemen sowie Israels Antwort deuten jedoch auf eine anhaltende Eskalation hin.

InhaltLaut Präsident Trump steht eine Einigung mit Iran kurz bevor – doch nun fallen wieder Bomben und Raketen. Entsprechend wütend äußert sich der US-Präsident, vor allem über Israels Premier Netanyahu. Zwei Seiten im Irankrieg bombardieren sich wieder, die dritte zürnt – und drängt auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. "Ich werde Bibi sofort anrufen und ihm sagen, dass er nicht zurückschlagen soll", hat US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge mit Blick auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach den jüngsten Vergeltungsschlägen Israels gesagt. Iran hatte Israel am Sonntag erstmals seit der Waffenruhe Anfang April wieder mit Raketen angegriffen, die israelische Armee antwortete mit eigenen Raketen in der Nacht auf Montag. Trump hingegen hofft auf keine neue Eskalation und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Einem Reporter des US-Portals "Axios"  berichtete er demnach, nun rasch mit Netanyahu telefonieren zu wollen. "Wenn Bibi zurückschlägt, wird es einfach so weitergehen wie in den letzten 47 Jahren oder den letzten 3000 Jahren", sagte Trump demnach. Beide Seiten hätten ihren Spaß gehabt. "Israel hat seinen Angriff durchgeführt und Iran seinen. Wir brauchen keinen weiteren." In einem anderen Telefonat – dieses Mal mit der "Financial Times"  – sagte Trump, dass Netanyahu ein künftiges Abkommen der USA mit Iran akzeptieren müsse. Netanyahu werde keine Wahl haben: "Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen." Netanyahu müsse sich jedem Deal beugen. Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen. "Was ich Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen", sagte er laut dem US-Sender Fox News. Eine öffentliche Stellungnahme durch das Weiße Haus stand zunächst aus. Er deutete auch laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte "am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche" erzielt werden, hieß es weiter. Die Zeichen in Nahost deuten hingegen nicht auf eine rasche Einigung hin. Neben den Raketensalven Irans auf Israel und der israelischen Antwort mischte sich auch die militant-islamistische Huthi-Miliz aus dem Jemen in den Konflikt ein. Nach Angaben des israelischen Militärs war eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Gefahr abzufangen, teilte das Militär am frühen Montagmorgen auf Telegram weiter mit.