Nachrichtenpodcast: Europa nimmt neuen Anlauf, um den Krieg in der Ukraine zu beenden

Datum08.06.2026 06:02

Quellewww.zeit.de

TLDREuropäische Staats- und Regierungschefs treffen sich mit Wolodymyr Selenskyj, um die Unterstützung der Ukraine und mögliche Verhandlungen mit Russland zu besprechen. Angesichts nachlassenden Engagements der USA wollen die Europäer eine zentrale Rolle bei der Vermittlung einnehmen, obwohl Friedensgespräche dieses Jahr als unwahrscheinlich gelten. Der Artikel thematisiert auch die geopolitischen Spannungen zwischen den nordamerikanischen WM-Gastgebern USA, Kanada und Mexiko.

InhaltWann ist Russland bereit, ernsthaft zu verhandeln? Darüber haben Merz, Macron und Starmer in London mit Selenskyj gesprochen. Und: die Welt zu Gast bei Feinden? In London haben sich am Sonntagabend Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Bei ihrem Treffen ging es um das weitere Vorgehen im Rahmen der sogenannten Koalition der Willigen, um weitere Unterstützung für die Ukraine und um mögliche zukünftige Verhandlungen mit Russland. Obwohl Russlands Machthaber Wladimir Putin ein direktes Gesprächsangebot von Selenskyj erst am vergangenen Freitag abgeblockt hat, rechnet man in Europa mit einer baldigen Bereitschaft für Verhandlungen. Da das Interesse der USA an Vermittlung im Konflikt seit Anfang des Jahres nachgelassen hat, wollen die Europäer jetzt die Schlüsselrolle in den Verhandlungen übernehmen. Alex Eydlin ist Redakteur am Newsdesk der ZEIT. Bei Was jetzt? spricht er darüber, ob sich die Gewichte im Ukrainekrieg gerade grundsätzlich verschieben, und erklärt, warum er Friedensverhandlungen mit Russland in diesem Jahr für unwahrscheinlich hält. Am 11. Juni beginnt die Fußball-WM der Männer in Kanada, den USA und Mexiko. Vor acht Jahren bewarben sich die Gastgeberländer unter dem Slogan "United As One". Doch um die Einigkeit ist es im Moment nicht besonders gut bestellt. Sinnbild dafür ist die Tatsache, dass jedes der drei Länder eine eigene Eröffnungsfeier plant. Dabei sind die drei Nationen wirtschaftlich eng verflochten: Gemeinsam erwirtschaften sie rund ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Mexiko ist der größte Handelspartner der USA, Kanada der zweitgrößte. Seit dem Start der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wachsen jedoch die Spannungen. Trump erließ Strafzölle, drohte damit, das Militär gegen mexikanische Drogenkartelle einzusetzen, und bezeichnete Kanada abfällig als 51. Bundesstaat der USA. Im Podcast erklärt Samiha Shafy aus dem Politikressort der ZEIT, was die drei Nachbarländer eint und was sie trennt. Und blickt zurück auf eine frühere Fußball-WM, die für die einstmals verfeindeten Gastgeberländer zu einem unerwarteten Erfolg wurde und dazu führte, dass sie sich annäherten. Und sonst so? Harry Styles sorgt für Zeitungsboom in den Niederlanden. Moderation und Produktion: Moses Fendel Mitarbeit: Christina Felschen und Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.