Datum07.06.2026 23:36
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Saalekreis (Sachsen-Anhalt) zieht die AfD in eine Stichwahl um das Landratsamt ein, da ihr Kandidat Uwe Arendt 43,3 % der Stimmen erhielt. Arendt steht im Fokus eines Disziplinarverfahrens wegen angeblicher Pflichtverletzung. Auch in Thüringen (Saalfeld-Rudolstadt) und Brandenburg (Ostprignitz-Ruppin) kommt es zu Stichwahlen mit AfD-Beteiligung. In allen drei Bundesländern wird die AfD vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.
InhaltIn drei ostdeutschen Landkreisen ziehen AfD-Politiker in Stichwahlen um Landratsposten ein. In Sachsen-Anhalt gewann ein Mann, gegen den ein Disziplinarverfahren läuft. Wer neuer Landrat im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) wird, müssen die Wählerinnen und Wähler in einer Stichwahl entscheiden. Bei der Landratswahl gewann der AfD-Kandidat Uwe Arendt mit 43,3 Prozent der Stimmen, verfehlte damit aber die 50-Prozent-Marke, durch die er schon im ersten Durchgang zum Landrat des Saalekreises gewählt wäre. Das meldete der Landkreis auf seiner Webseite. Auf Platz zwei folgt CDU-Kreischef Sven Czekalla mit 36,6 Prozent, der damit ebenfalls in die Stichwahl am 28. Juni einzieht. Die Kandidatin der Linken, Kerstin Eisenreich erreichte 13,2 Prozent, der Parteilose Lars Zaruba 6,9 Prozent. Damit siegte der Merseburger AfD-Politiker Arendt, obwohl die Polizeiinspektion Halle gegen ihn derzeit ein Disziplinarverfahren führt. Einem Bericht der Mitteldeutsche Zeitung zufolge soll der 59 Jahre alte Polizeibeamte trotz monatelanger Krankschreibung unter anderem Wahlkampfauftritte absolviert haben. In den sozialen Medien stritt der AfD-Mann die Vorwürfe gegen ihn ab. Später äußerte er sich dazu nicht mehr. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. In zwei weiteren Landratswahlen in ostdeutschen Bundesländern unterlagen die AfD-Kandidaten ihren Konkurrenten von der SPD, ziehen aber dennoch als Zweitplatzierte in die Stichwahlen ein. Im thüringischen Kreis Saalfeld-Rudolstadt erzielte keiner der drei Bewerber eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang. In die Stichwahl in zwei Wochen am 21. Juni gehen der amtierende SPD-Landrat Marko Wolfram, der 47,1 Prozent der Stimmen erhielt, und der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Benninghaus mit 40,2 Prozent der Stimmen. Das geht aus den Daten des Kreiswahlleiters nach Auszählung aller Stimmbezirke hervor. Der Kreis im Südosten Thüringens gilt bisher als SPD-Hochburg. Auch in Thüringen stuft der Verfassungsschutz die AfD als rechtsextremistisch ein. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg kommt es ebenfalls am 28. Juni zu einer Stichwahl zwischen zwei Landratskandidaten. Im ersten Wahlgang gewann der amtierende Landrat Ralf Reinhardt (SPD) mit 34,7 Prozent der Stimmen. Er bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. Auch der AfD-Kandidat Torsten Arndt, bisher Landtagsabgeordneter, zieht in die Stichwahl ein. Er konnte 30,3 Prozent der Stimmen erzielen. Der Verfassungsschutz stuft den Brandenburger AfD-Landesverband ebenfalls als gesichert rechtsextremistisch ein.