Görlitz: Zwei Tatverdächtige nach Hauseinsturz festgenommen

Datum07.06.2026 22:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach einem Hauseinsturz in Görlitz mit drei Todesopfern hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Es wird vermutet, dass die Männer als Metalldiebe Gasleitungen manipuliert und so eine Explosion verursacht haben. Die beiden Verdächtigen, ein Pole und ein Afghane, befinden sich bereits in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge.

InhaltBei einem Hauseinsturz im sächsischen Görlitz kamen Mitte Mai drei Menschen ums Leben. Nun hat die Polizei zwei Tatverdächtige verhaftet. Nach dem Einsturz eines Hauses infolge einer Gasexplosion mit drei Todesopfern im sächsischen Görlitz hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Es bestehe der Verdacht, dass es sich bei den beiden Männern um Metalldiebe handele, die Rohrleitungen in dem Gebäude beschädigt oder manipuliert und damit eine Gasexplosion verursacht hätten, sagte Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Görlitzer Polizei. "Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung", so Siebenäuger in der MDR-Sendung "Kripo live". Bei den Verdächtigen handele es sich um einen 27 Jahre alten Polen und einen 33-jährigen Afghanen. Die Männer seien bereits "in anderer Sache" in Untersuchungshaft. Als Ursache für den Hauseinsturz wurde eine Gasexplosion vermutet. Dem Sprecher zufolge sollen beide Männer am Tatnachmittag in der Straße, in der das Haus stand, Diebesgut gesucht haben. "Insbesondere Fahrräder, Schrott beziehungsweise auch Kupferleitungen, Buntmetall." Sie sollen in das später eingestürzte Haus gelangt sein – hierzu werde aktuell ermittelt. Die Polizei sucht nun Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am Ereignisort am 18. Mai gesehen haben. Bei dem Unglück am 18. Mai waren zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren ums Leben gekommen. Zudem starb ein 48-jähriger Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsbürgerschaft. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungshundestaffeln suchten tagelang nach den drei Vermissten. Teilweise arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. Bisher war vermutet worden, dass eine Gasexplosion das Unglück verursacht hat. Die Ermittler schreiben nun zum Tatvorwurf "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion": Das Wort Sprengstoff sei nur beispielhaft genannt. Zur Erfüllung des Tatbestandes reiche jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen aus, die eine plötzliche Kraftentfaltung bewirkt. "Es kommt also rein auf den physikalischen Vorgang der Explosion an, nicht auf das verwendete Material."