Ironman Hamburg: Möglicher Anschlag mit Metallsplittern

Datum07.06.2026 13:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRBeim Ironman Hamburg wurden zahlreiche Radfahrer durch Metallsplitter auf der Strecke behindert, was zu Reifenpannen führte. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Sabotage. Medien und Sportler vermuten einen gezielten Anschlag, die Polizei bezeichnet dies noch als Spekulation. Die Vorfälle ereigneten sich im Stadtteil Kirchwerder und betrafen primär Amateursportler. Zuvor gab es bereits Anwohnerproteste gegen die Veranstaltung.

InhaltMetallsplitter auf der Straße haben zahlreiche Radfahrer beim Ironman Hamburg ausgebremst. Sportler und lokale Medien befürchten einen Anschlag auf die Großveranstaltung, die Polizei ermittelt. Die Polizei in Hamburg prüft Hinweise auf Sabotage mit Metallsplittern beim Ironman. Nach übereinstimmenden Berichten mussten bis zu 150 Triathletinnen und Triathleten ihre Fahrt unterbrechen, nachdem kleine Metallteile zahlreiche Reifen beschädigt hatten. Das "Hamburger Abendblatt" und Sportmedien berichteten von einem mutmaßlichen Anschlag, ein Sprecher der Polizei nannte entsprechende Mutmaßungen zum derzeitigen Zeitpunkt noch "Spekulation". Aufgefunden wurden die millimetergroßen Metallteile im Hamburger Stadtteil Kirchwerder. Betroffen waren von dem Vorfall an der Radstrecke offenbar keine Teilnehmenden des Profifeldes. Im Rahmen des Ironman-Wettkampfes wird auch der EM-Titel der Frauen vergeben. Rund um das Triathlon-Turnier hatte es zuvor schon Proteste von Anwohnerinnen und Anwohnern gegen die Großveranstaltung gegeben. Auf Plakaten an Hauswänden standen laut Sportmedien etwa Sprüche wie "Ihr raubt uns unsere Freiheit". Ein lokaler Beschluss in Hamburg-Bergedorf hatte bereits im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Streckenführung verändert wurde, um eine befürchtete "Einkesselung" des Bezirks zu vermeiden. Erste Probleme beim Radwettkampf waren zu Beginn der Veranstaltung bereits im Livestream aufgefallen, kurz darauf kursierten Berichte über Metallsplitter entlang der Strecke. Diese seien "offenbar mutwillig von Anwohnern ausgebracht" worden, so das Abendblatt. Unter den Sportlerinnen und Sportlern sorgte der mögliche Anschlag für Kritik. "Es ist nicht nur der Ironman, sondern es sind allgemein die Radveranstaltungen, die da scheinbar nicht willkommen sind. Man muss sich überlegen, wie man in Zukunft damit umgeht", sagte der mehrfache Ironman-Weltmeister Jan Frodeno dem NDR. "Ich finde es nur extrem schade, weil die Leute eigentlich ein Signal gegen die Veranstaltung senden wollen. Aber hier sind Athleten betroffen, die sich teilweise jahrelang vorbereiten. Das jemandem wegzunehmen, weil man mal ein paar Stunden nicht raus kann, ist zu viel."