Datum07.06.2026 11:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei einem mutmaßlichen Terroranschlag nahe dem Westjordanland in Israel wurde eine Person getötet und fünf weitere verletzt. Ein mutmaßlicher Schütze wurde neutralisiert. Die Hamas lobte den Angriff, übernahm aber keine Verantwortung. Unterdessen kritisiert der frühere Vizekanzler Robert Habeck das Vorgehen Israels im Westjordanland, insbesondere die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser, und bezeichnet es als "Terrorismus". Er argumentiert, dass die Sicherheitslage Israels dadurch nicht gestärkt, sondern palästinensischer Zorn geschürt werde.
InhaltNahe dem Westjordanland sind mehrere Menschen bei einem mutmaßlichen Terroranschlag verletzt worden, eine Person wurde getötet. Unterdessen sorgt Israels Vorgehen in dem besetzten Gebiet weiter für Kritik – auch in Deutschland. Bei einem mutmaßlichen Terrorangriff in Israel ist nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes eine Person getötet worden. Fünf weitere seien bei dem Angriff mit einer Schusswaffe nahe dem besetzten Westjordanland verletzt worden, zwei davon schwer. Die israelische Polizei teilte mit, ein mutmaßlicher Schütze bei dem Angriff sei "neutralisiert" worden, ohne weitere Details zu nennen. Der Angreifer wurde zunächst nicht weiter identifiziert. "Zahlreiche Polizeikräfte sind weiterhin vor Ort, und die Durchsuchungen dauern an", hieß es. Der israelische Rettungsdienst teilte mit, dass es sich bei der getöteten Person um einen 35-jährigen Mann handele, der an Schussverletzungen gestorben sei. Die Schüsse fielen in drei unterschiedlichen Orten im Zentrum Israels, nahe der palästinensischen Stadt Qalqilya im Westjordanland. Die militante palästinensische Gruppe Hamas lobte den Angriff, übernahm jedoch nicht die Verantwortung. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, er habe eine Sicherheitslagebesprechung abgehalten und verfolge die weiteren Entwicklungen. Das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gazastreifen sorgt unterdessen weiter für Kritik. Der frühere Vizekanzler Robert Habeck sagte in einem Podcast der Wochenzeitung "Die Zeit", Israel sei zwar bedroht, das rechtfertige aber nicht, dass die Siedlerinnen und Siedler im Westjordanland mit "brutaler Gewalt" versuchen würden, die Palästinenserinnen und Palästinenser aus dem Land zu drängen. "Das ist im Grunde Terrorismus, den die Siedler da vornehmen", so der Grünenpolitiker. Habeck kritisiert erneut den Angriff der Hamas 2023, erklärte aber auch, dass durch das Vorgehen der israelischen Streitkräfte seitdem die Sicherheit Israels nicht gestärkt worden sei. Vielmehr sei auf palästinensischer Seite dadurch viel Zorn entstanden.