Meinung: Frieden durch Käse - die guten Nachrichten der Woche

Datum07.06.2026 10:07

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei Franzosen nutzen Käse als Werkzeug für Diplomatie und Völkerverständigung, wie ein Festival zwischen Frankreich und Algerien zeigte. Eine weitere positive Nachricht ist, dass die Deutschen 2024 weniger Müll produzierten, was zwar gut für die Umwelt ist, aber auch auf wirtschaftliche Schwäche hindeutet. Der Artikel nennt zudem die besten veganen Grillwürstchen und weitere positive Entwicklungen.

InhaltZwei Franzosen überwinden Grenzen mit Essen. Die Deutschen machen weniger Müll. Und die besten veganen Würstchen des Sommers. Die guten Nachrichten der Woche. Herzlich willkommen zu Alles Gute, dem SPIEGEL-Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten. Schön, dass Sie da sind! Heute möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen, in der es viel um Käse geht und doch um viel mehr als nur würziges Essen. Mein Kollege Leo Klimm hat sie in Frankreich recherchiert, wo er seit vielen Jahren lebt. Im Pariser Vorort Clichy hat er Michaël Belissa getroffen, der dort handgeschöpften Camembert verkauft, würzigen Bergkäse aus der Schweiz, auch guten Pecorino. Und der sagt: "Ich verkaufe keinen Käse, ich verkaufe Geselligkeit." Was nach eleganter Werbung klingt, nach französischer Folklore, ist tatsächlich viel mehr. Belissa ist ein Diplomat, ein Vermittler, der mit Käse unterschiedlichste Menschen zusammenbringt. Gemeinsam mit der französischen Unesco-Botschafterin nutzt er seit Jahren das kulinarische Erbe seines Landes, um Verbindungen zu knüpfen. Warum aber Käse? "Er verkörpert einerseits oft eine Region oder ein Land, andererseits schließt es niemanden aus", sagt die Spitzendiplomatin von der Unesco. Im Gegensatz etwa zu Alkohol. Oder zu Schweinefleisch. Mit einem Käsefestival haben die beiden über mehrere Jahre das Verhältnis zwischen Frankreich und Algerien aufgebessert. Es gab Verkostungen, Kurse zum Kochen und zum Servieren der Milchspezialitäten, Workshops zu Herstellungstechniken und Wettbewerbe, bei denen die besten Käser beider Länder aufeinandertrafen. "Am Anfang haben wir Misstrauen gespürt", erzählt Belissa. "Dann haben die Leute gemerkt, dass wir da sind, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen." Die französische Gourmetkultur gilt bisweilen als elitär und exklusiv. Doch beim Käsefestival, so sagen die beiden, seien Hunderte Menschen zusammengekommen. Auch außerhalb der französischsprachigen Welt fanden so Menschen zusammen, die sonst einander wohl fremd geblieben wären. "In Italien habe ich sie auf einer Messe mit zwei Kollegen aus Israel zusammengebracht. Das war während des Gazakriegs. Ich war vorher sehr nervös", sagte Belissa meinem Kollegen. "Aber dann verlief alles harmonisch. Sie hatten nur ein Thema: Käse." In welcher Weltregion die beiden als Nächstes mit Käse vermitteln wollen, lesen Sie hier in der ganzen Reportage meines Kollegen . Sherpa rettet sich nach sechs Tagen am höchsten Berg der WeltMedien sprechen von der wohl "größten Überlebensgeschichte, die es am Everest je gab": Ein nepalesischer Sherpa wird beim Abstieg zurückgelassen und überlebt mehrere Tage in der Todeszone. Wie ihm das gelang . Deutschland ist weniger onlineEine schöne Nachricht zum Sommer: Die Menschen in Deutschland ziehen den Stecker – zumindest manchmal. Nach Jahren stetigen Wachstums und digitalen Dauerfeuers lässt die Internetnutzung in Deutschland erstmals spürbar nach. Die Details lesen Sie hier. Besser als der RufEuropa gilt wirtschaftlich als abgehängt – dabei machen Spanien und Schweden vor, wie sich in der Krise Zukunft gewinnen lässt, schreibt mein Kollege Michael Sauga in seiner Kolumne. Und verrät auch, was sie anders machen. Die größte Innovationskraft beweist allerdings Polen. Warum? Das erfahren Sie hier . Wie die Bundesregierung Milliarden sparen könnteDas Kabinett von Friedrich Merz sucht den großen Wurf der Reformen, schafft aber bisher nur Stückwerk. Mit einem mutigen Gesamtpaket ließen sich enorme Summen frei machen. Diese Rechnung zweier Experten zeigt, wie es gehen könnte . Und das ist auch immer noch gut soVor nun 25 Jahren sagte Klaus Wowereit einen Satz, der in die deutsche Geschichte einging: "Ich bin schwul – und das ist auch gut so!" Er trug ein Vertrauen in sich, das Deutschland heute abhandengekommen ist. Was sich daraus lernen lässt . Deutschland macht weniger MüllDas Abfallaufkommen ist 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Für die Umwelt mag das gut sein, die Zahlen weisen aber auch auf eine anhaltende Schwäche der Wirtschaft hin. Das beste vegane Essen für Ihren Sommer am GrillOhne Soßen, sagen unsere Kolleginnen und Kollegen, hätten sie wohl abgebrochen. Sie haben vegane Ersatzsteaks, Burgerpattys und Bratwürste probiert. Was davon lohnt sich für den Sommer? Das sind die Ergebnisse . So grillen Sie Fisch richtigSie mögen lieber Fisch auf dem Grillrost? Hier verrät Gastronom Johannes Riffelmacher, wie es klappt – von der Auswahl im Laden bis zu den letzten Handgriffen vor dem Servieren . Alles, was Sie vor dem ersten ETF-Kauf wissen sollten Indexfonds gelten als einfachste Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen – doch der Anfang fällt manchmal schwer. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Sie zum Ziel . Wie viel Neurodiversität kann ich in meinem Job zeigen?Ob ADHS oder Hypersensibilität: Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren gelernt, offen über ihr Anderssein zu sprechen. Doch was in der Theorie oft akzeptiert ist, kann im Beruf immer noch für Schwierigkeiten sorgen. Hier verrät eine Expertin, wie Sie Ihre Bedürfnisse besser zeigen können . Möchte ich Ihnen eine Kolumne meines Kollegen Ullrich Fichtner empfehlen. In dieser geht es um ein Bild aus der syrischen Stadt Aleppo. Vielen dürfte diese hauptsächlich aus dem Krieg noch ein Begriff sein. Nun aber zeigt ein einziges Bild, was sich verändert hat: Die Dächer der Stadt glänzen, auf fast allen sind kleine Solarpanels zu sehen. Ausgerechnet hier, wo Menschen so viele Jahre leiden und fliehen mussten, versorgen sich nun viele Menschen selbst mit Strom im Alltag. Man könnte kurz denken, dass es sich um eine KI-Fälschung handele. Doch die Energiewende Made in Aleppo ist echt. Sie zeugt von der Widerstandskraft vieler Bürgerinnen und Bürger in Syrien. Und vom Überlebenswillen des Menschen, trotz aller Krisen. Den ganzen Text können Sie hier lesen .In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes und sonniges Wochenende! Und wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen. Ihr Jan Petter, Redakteur im Nachrichtenressort des SPIEGEL