Kochen ohne Kohle: Was zum ... ist eigentlich Pumpkin Spice?

Datum15.10.2025 11:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Artikel erläutert den Trend des Pumpkin Spice, einer Gewürzmischung, die in Nordamerika für Kürbiskuchen verwendet wird und inzwischen auch in Europa populär ist. Zutaten sind Zimt, Nelken, Muskatnuss und Ingwer. Der Autor zeigt, wie man Pumpkin Spice kostengünstig selbst herstellen kann, entweder als Gewürzpulver oder als Sirup. Preise für Zutaten variieren, wobei Discounter oft günstigere Optionen bieten. Der Artikel beleuchtet die Entstehung des Trends sowie die Zubereitung und Kosten der Mischungen.

InhaltDer Handel möchte uns im Herbst "Kürbisgewürz" schmackhaft machen, ob im Kuchen, auf dem Eis oder im Kaffee. Was drin ist und wie man es günstig selbst herstellen kann. Ähnlich wie Pilze schießen im Herbst auch die Reklameschilder für Pumpkin-Spice-Latte aus dem Boden, nur eben nicht im Wald, sondern in den Einkaufsstraßen und Flughäfen dieser Welt. Der Trend kommt, natürlich, aus Nordamerika und wurde durch große, ausbeuterische Kaffeehausketten auch nach Europa geschleppt. Aber was ist das eigentlich? Und warum muss es immer gleich sieben bis neun Euro kosten, sobald man es mit warmer Milch aufgießt? Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln: Im Kern bezeichnet "Pumpkin Spice" eine Gewürzmischung, mit welcher der in Nordamerika und Teilen Englands beliebte Kürbiskuchen verfeinert wird. Ähnliche Mixe wurden auch schon im ausgehenden Mittelalter in Europa verwendet, also kommt der Trend nun bloß 600 Jahre später wieder zu uns zurück. Die Mischung besteht aus Zimt, Nelken, Muskatnuss und Ingwer, jeweils in gemahlener Form. Für Pumpkin Spice (manchmal auch "Pumpkin Pie Spice") gelten allerdings dieselben Regeln wie für Ras el-Hanout oder Garam Masala: Eine absolut finale "Nur-genau-so-geht-es"-Rezeptur fehlt, Koch und Köchin dürfen sich beim Zusammenstellen austoben. Ich mag etwa Kardamom und Piment in der Mischung, auch Pfeffer oder Orangenschale sind möglich. Irgendwann kam jemand auf die schlaue Idee, nicht nur Kürbiskuchen, sondern auch andere Dinge mit dieser herbstlich-warmen Gewürzmischung zu verfeinern. Gerade für Getränke eignen sich die pudrigen Gewürze aber ungut, da sie sich kaum auflösen. Das kann umgangen werden, indem man mit den Gewürzen einen Sirup aromatisiert und diesen dann vor dem Abfüllen siebt oder anderweitig filtert. In einigen Rezepturen kommt sogar pürierter Kürbis mit in den Sirup, obwohl dieser gegen die starken Gewürze kaum ankommt und die Haltbarkeit drastisch nach unten senkt. Für die Farbe milchlastiger Getränke hingegen ist das Püree ein Zugewinn, weil die Pumpkin Spice Latte eine dezente orangefarbene Note bekommt. Es gibt heute gleich zwei Rezepte, einmal für das reine Gewürzpulver und einmal für den Sirup. Ich teile mit Ihnen für beide Gewürzbomben meinen präferierten Mix, passen Sie diesen aber gern an Ihren eigenen Geschmack an. Was kostet das? Mit Gewürzen vom Discounter etwa 1 Euro pro kleinem Tiegel. Wie lange dauert das? Wer gemahlene Gewürze kauft, braucht nur zwei Minuten zum Zusammenrühren. Einfach die Gewürze zusammenrühren und in ein luftdichtes Gefäß füllen. Fertig! Wie lange dauert das? Mit Kürbispüree aus dem Glas oder der Dose 20 Minuten. Oder 45, wenn man das Püree selbst herstellen möchte. Was kostet das? Schwer zu sagen, weil ganze Gewürze manchmal sehr günstig und manchmal sehr teuer verkauft werden. Beispiel Zimt: Ich habe 100 Stangen im Beutel für sechs Euro gekauft, macht sechs Cent pro Stange. Man kann aber auch fünf Stangen für drei Euro im Laden bekommen, macht 60 Cent pro Stange. Ich habe pro Flasche etwa zwei Euro für alle Zutaten gezahlt, aber nageln Sie mich nicht darauf fest. Faustregel: Der Großhändler und der türkische Gemüsehändler sind bei Gewürzen oft günstiger als der Markensupermarkt. Suchen Sie Rezepte, die wenig Geld kosten? Dann folgen Sie mir gern auf Instagram  . Fragen, Kritik und Anmerkungen? Gern an kochenohnekohle@spiegel.de  schreiben.