Datum07.06.2026 03:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei einem Drohnenangriff auf einen Markt im Sudan wurden mindestens elf Zivilisten getötet und Dutzende verletzt. Der Angriff ereignete sich in Abu Zaeima, einer von Paramilitärs kontrollierten Stadt. Erst letzte Woche starben bei ähnlichen Angriffen fast 70 Menschen. Der anhaltende Bürgerkrieg zwischen der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz fordert Zehntausende Tote und Millionen Flüchtlinge. Die UN äußerten sich besorgt über die zunehmende Zahl tödlicher Drohnenangriffe.
InhaltBei einem Angriff mit Drohnen auf einen Markt im Sudan sind mindestens elf Zivilisten getötet worden. Die Opferzahl könnte noch steigen. Es ist nicht der erste Angriff dieser Art innerhalb weniger Tage. Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt im Zentrum des Sudan sind Aktivisten zufolge am Samstag mindestens elf Zivilisten getötet worden. Zudem seien bei dem Angriff Dutzende Menschen verletzt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation Emergency Lawyers mit, die Verbrechen in dem seit fast drei Jahren andauernden Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) dokumentiert. Demnach zielte der Angriff auf den Hauptmarkt in Abu Zaeima, einer von Paramilitärs kontrollierten Stadt im Bundesstaat Nordkordofan. Den Aktivisten zufolge könnte die Opferzahl noch steigen. Die Organisation machte jedoch keine Angaben darüber, wer den Angriff verübt hat. Bislang hat sich keine Seite dazu geäußert. Nach Angaben von Emergency Lawyers sowie eines örtlichen Vertreters waren bereits vergangene Woche bei zwei separaten Drohnenangriffen in den Bundesstaaten West- und Nord-Kordofan fast 70 Menschen ums Leben gekommen. In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Bürgerkrieg wurden bereits Zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Im Mai äußerte sich UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk besorgt über die hohe Zahl tödlicher Drohnenangriffe in dem Land. Nach UN-Angaben wurden zwischen Januar und April landesweit mindestens 880 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet. "Die Welt hat versagt, den Krieg im Sudan zu verhindern. Sie darf jetzt nicht versagen, die Geflüchteten zu versorgen": Der Krieg im Sudan geht in sein viertes Jahr. Carl Skau, Vizedirektor des Welternährungsprogramms, ist durch die stark betroffene Region Darfur gereist und erklärt, was das Land am dringendsten braucht. Das ganze Gespräch lesen Sie hier.