Datum06.06.2026 23:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Iran wirft den USA "rachsüchtig" vor, weil 14 iranische Mitarbeiter und Funktionäre keine Visa für Fussball-WM 2026 erhalten haben, was das Team sportlich benachteiligt. Iran sieht dies als politische Einflussnahme, während die USA Sicherheitsbedenken wegen möglicher Verbindungen zu Revolutionswächtern äußern. Dies belastet die ohnehin angespannten Beziehungen beider Länder.
InhaltDas iranische Fußballteam hat Visa für die WM in den USA bekommen. Doch 14 Mitarbeiter und Funktionäre sind leer ausgegangen. Iran sieht sich dadurch sportlich benachteiligt. Der iranische Fußballverband (IFF) hat den USA vorgeworfen, die politische Spannung zwischen den beiden Ländern auf die Visavergabe für die WM zu übertragen. Es sei "rachsüchtiges Verhalten" der USA, leitenden und administrativen Mitgliedern der iranischen WM-Reisegruppe Visa zu verweigern. 14 Funktionäre und Mitarbeiter haben dem IFF zufolge kein Visum erhalten, darunter der Vizepräsident des Verbands. Zuvor hatte Iran wegen des Kriegs mit den USA bereits sein Trainingscamp nach Mexiko verlegt. Die Verweigerung der Visa habe dem iranischen Team die Möglichkeit für gleiche Chancen auf dem Spielfeld und einen diskriminierungsfreien Wettbewerb verwehrt. US-Außenminister Marco Rubio hatte Anfang der Woche gesagt, man werde die iranische Reisegruppe im Auge behalten. "Wir haben kein Problem mit den Sportlern oder den Mitarbeitern", so Rubio. Man wolle Iran allerdings nicht erlauben, Personen mit dem Team ins Land zu bringen, "von denen wir wissen, dass sie nichts mit dem Sport zu tun haben und Verbindungen zu den Revolutionswächtern oder ähnlichen Organisationen unterhalten". Iran spielt im kalifornischen Inglewood am 15. Juni gegen Neuseeland und am 21. Juni gegen Belgien. Zum Ende der Gruppenphase wird das Team in Seattle erwartet. Iran und die USA könnten am 3. Juli in Arlington, Texas, aufeinandertreffen, falls beide Mannschaften in ihren jeweiligen Gruppen den zweiten Platz belegen.