Datum06.06.2026 21:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth nahm sechs seiner sieben Kinder zu einer D-Day-Gedenkfeier nach Frankreich mit. Dort verglich er Migration mit einer Invasion und forderte mehr NATO-Verteidigungsbereitschaft. Die Mitnahme seiner Familie löste Sicherheitsbedenken aus; ob Reisekosten der Kinder übernommen wurden, blieb unklar. Hegseths Vergleich zur D-Day-Landung löste Kritik aus.
InhaltUS-Verteidigungsminister Hegseth hat seine Frau und sechs seiner sieben Kinder zu einer Gedenkfeier für den D-Day mitgenommen. In seiner Rede in Frankreich verglich er Migration mit einer Invasion. Für eine Gedenkfeier zum D-Day in Frankreich hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth fast seine ganze Familie mit anreisen lassen. Wie die "Washington Post" berichtet, stellte er damit Sicherheitsbeamte vor Herausforderungen. Ein Sprecher des Ministers sagte zwar, Hegseth übernehme die Reisekosten seiner Familie. Ob das auch die Kosten für das zusätzliche Sicherheitspersonal einschließt, blieb demnach offen. Hegseth hat insgesamt sieben Kinder, vier davon leibliche Kinder aus zwei verschiedenen Beziehungen, die anderen drei sind Stiefkinder aus seiner aktuellen Ehe. Welches der sieben Kinder nicht mit nach Frankreich flog, ist unklar. Der "Washington Post" zufolge sind die Kosten für Personenschutz seit Hegseths Amtsantritt deutlich gestiegen, da die Sicherheitsbehörde auch Personenschutz für die Häuser seiner Ex-Frauen übernimmt. Die Hegseths haben ihre Kinder schon in der Vergangenheit auf offizielle Reisen mitgenommen, darunter eine im Oktober mit Zwischenstopp auf Hawaii. Das Pentagon wollte sich damals nicht dazu äußern, ob der Minister die Kosten für die Begleitung seiner Familie erstattet hat. Anlässlich des 82. Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie rief Hegseth auf dem US-Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer erneut die Nato zu einem Ausbau ihrer Verteidigungsfähigkeiten auf. Er betonte, dass "Frieden nur durch Stärke garantiert wird". Auf die Kriege in Iran, in der Ukraine oder anderen Regionen der Welt ging er nicht ein. Hegseth kam in seiner Rede auch auf irreguläre Migration in EU-Staaten zu sprechen. Dabei bediente er sich eines Vergleiches mit dem D-Day: "Leider werden heute verschiedene europäische Strände von verschiedenen gefährlichen Ideologien gestürmt: An den Stränden Spaniens, Italiens, Griechenlands und Bulgariens landen Boote und Menschen", sagte der US-Minister. Die Frage sei, ob die europäischen Regierungen "gegen diese Invasion vorgehen oder ob es schon zu spät ist". Die Landung in der Normandie, an der knapp 7000 Schiffe und gut 132.000 Soldaten der Alliierten beteiligt waren, eröffnete im Westen eine zweite Front gegen die Wehrmacht und trug entscheidend zum Sieg über Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg bei.