Jobcenter: Mitarbeiter nach Kritik in ZDF-Doku entlassen

Datum06.06.2026 17:59

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Jobcenter-Mitarbeiter in Bremen wurde nach einer kritischen Äußerung in einer ZDF-Dokumentation über das Bürgergeld fristlos entlassen. Die Stadt wirft ihm vor, das Jobcenter diffamiert zu haben, indem er behauptete, 30-40% der Bürgergeldempfänger würden falsche Angaben machen. Die Stadt begründet die Kündigung mit einer fehlenden Genehmigung des Interviews und einer angeblich nicht konstruktiven Kritik, die das Vertrauensverhältnis zerstöre. Der Mitarbeiter plant, juristisch gegen die Entlassung vorzugehen.

InhaltEr kritisierte in einer ZDF-Doku das Bürgergeld scharf, dann wurde ihm gekündigt: Der betroffene Jobcenter-Mitarbeiter aus Bremen habe sich nicht konstruktiv geäußert, so die Kommune. Die Dokumentation im ZDF trägt den Titel: "Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung" . Einer der Interviewpartner ist nun seinen Job los. Wie die "FAZ"  berichtet, hat die Stadt Bremen dem Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken fristlos gekündigt, weil er das Jobcenter  "diffamiert" habe, so der Vorwurf. In dem Film äußerte Göcken die Vermutung, zwischen 30 und 40 Prozent der Bürgergeldempfänger machten keine wahren Angaben in ihren Anträgen. Dies sei "ein offenes Geheimnis". Als zentrale Aufgabe des Jobcenters nannte er das "Geldausgeben". Die Stadt betont in ihrem Kündigungsschreiben vom 28. Mai, das der Zeitung vorliegt, das Interview sei nicht genehmigt worden. Der Arbeitgeber weist darauf hin, dass Kritik auch Beschäftigten des öffentlichen Dienstes erlaubt sei, "solange sie sachlich und konstruktiv" sei. Dies sei hier jedoch nicht der Fall gewesen: "Das Vertrauensverhältnis ist damit zerstört." Gegenüber der "FAZ" sagte der Jobcenter-Mitarbeiter, er wolle nun juristisch gegen die fristlose Kündigung vorgehen.