Organe für Transplantationen: Zahl der Spenden gestiegen

Datum06.06.2026 16:19

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Zahl der Organspenden in Deutschland ist bis Ende Mai um zwölf Prozent gestiegen. Dennoch können nicht alle Wartenden transplantiert werden, da ein erheblicher Mangel besteht. Hamburg weist die höchste Spenderquote auf. Deutschland hat eine Zustimmungslösung, im Gegensatz zu einer Widerspruchsregelung, die von einigen Politikern gefordert wird, aber auch auf Kritik stößt.

InhaltBis Ende Mai sind deutlich mehr Spenderorgane registriert worden als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem reichen die Organe bundesweit nicht aus, um allen Wartenden eine Transplantation zu ermöglichen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind in Deutschland gut zwölf Prozent mehr Organe gespendet worden als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende Mai waren es 1405, im Vorjahreszeitraum 1253, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt am Main mitteilte. Wie zwei Kinder mit Organspende aufwachsen, lesen Sie hier .   Hamburg hat laut DSO im Bundesvergleich prozentual die meisten Organspenderinnen und Organspender. Demnach kommen in der Hansestadt rechnerisch 35 Organspender auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Der bundesdeutsche Durchschnitt liege bei 13,1 Organspendern auf eine Million. Die Zahl der in Hamburg von Januar bis Ende Mai transplantierten Organe lag nach den Zahlen der DSO bei 105. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 86 Transplantationen. Auch in Berlin sind dieses Jahr mehr Organe gespendet worden als im Vorjahreszeitraum: Von Januar bis Mai wurden 73 Organe registriert, nach 39 im gleichen Zeitraum 2025. Die gespendeten Organe reichten deutschlandweit nicht aus, um allen Patienten und Patientinnen auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen, erklärte die DSO. Im Jahr 2025 erhielten 3150 Menschen Spenderorgane – auf der Warteliste standen aber rund 8200 Menschen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa müssen in Deutschland die Spender oder deren Angehörige zu Lebzeiten einer Organentnahme explizit zugestimmt haben. Das könnte sich ändern: Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Fraktionen fordert eine grundlegende Neuregelung der Organspende in Deutschland. Ihrer Ansicht nach soll ab 2030 jede und jeder Volljährige und Einwilligungsfähige zunächst als Organspender gelten – außer, er widerspricht einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich. Eine andere Abgeordnetengruppe warnt vor einer solchen Widerspruchsregelung mit der Begründung, sie wäre ein "Grundrechtseingriff".