CSD Dresden: CSD Dresden trotzt Regen und Streit um Versammlungsstatus

Datum06.06.2026 15:29

Quellewww.zeit.de

TLDRTausende Menschen feierten den CSD Dresden trotz Regen und ursprünglichem Streit um den Versammlungsstatus. Nach einer Gerichtsentscheidung, die das gesamte Fest als Versammlung einstufte, verlief die Veranstaltung friedlich. Der CSD, der an die New Yorker Stonewall-Aufstände von 1969 erinnert, dient als Fest und Gedenktag für die Sichtbarkeit und Gleichstellung queerer Menschen, insbesondere in Zeiten von Anfeindungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „CSD Dresden“. Lesen Sie jetzt „CSD Dresden trotzt Regen und Streit um Versammlungsstatus“. Nach juristischen Streitigkeiten haben Tausende Menschen in Dresden den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. "Es verlief alles störungsfrei", berichtete ein Polizeisprecher. Am Nachmittag war noch eine Gegendemonstration aus dem rechten Spektrum angemeldet, aber abseits des CSD – es wurde daher laut Polizei keine direkte Konfrontation erwartet.  Das bunte und laute Treiben fand bei anfangs leicht regnerischen, aber sommerlich warmen Wetter statt. Veranstalter und Polizei sprachen von jeweils Tausenden Teilnehmern. Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969. Er ist ein Festtag und Gedenktag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transpersonen und anderen queeren Menschen, die für Sichtbarmachung und Gleichstellung eintreten. Im Vorfeld hatte es einen wochenlangen Streit um die Einstufung des Festes gegeben. Die Landesdirektion hatte entschieden, dass lediglich der Umzug eine Versammlung sei, nicht aber das mehrtägige Straßenfest. Dieses wurde als kommerzielle Veranstaltung bewertet. Der Veranstalter hätte in diesem Fall unter anderem die Kosten für Sicherheit und Reinigung tragen müssen. Nach einer Beschwerde der Veranstalter stufte dann jedoch das Sächsische Oberverwaltungsgericht das gesamte Fest als Versammlung ein. Der Versammlungsfreiheit komme ein hoher Stellenwert zu, hieß es zur Begründung. Die Veranstaltung sei auch in den vergangenen Jahren als Versammlung durchgeführt worden. Der CSD sei nie einfach nur Unterhaltung gewesen, hatte Ronald Zenker, Vorstandssprecher des CSD Dresden, betont. "Pride beginnt mit Protest, mit Sichtbarkeit und mit dem Einsatz für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe." In einer Zeit, in der queere Menschen wieder verstärkt Anfeindungen erlebten, bleibe der CSD ein Ort für Demokratie, Solidarität und eine offene Gesellschaft. © dpa-infocom, dpa:260606-930-182904/1