Ungarn: Magyar schränkt Zugang für Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland ein

Datum06.06.2026 14:56

Quellewww.zeit.de

TLDRUngarns neuer Ministerpräsident Péter Magyar hat den Zugang für Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern per Verordnung eingeschränkt. Damit setzt er ein Wahlversprechen um, das mehr ungarischen Arbeitskräften zugutekommen und Lohndumping verhindern soll. Zuvor beschäftigte Ungarn viele Arbeitskräfte aus Asien und der Ukraine. Industrie- und Arbeitgeberverbände warnen vor Arbeitskräftemangel in bestimmten Branchen.

InhaltDer neue ungarische Regierungschef will dafür sorgen, dass weniger Menschen aus dem EU-Ausland in Ungarn arbeiten. Das war ein Wahlversprechen seiner Partei. Ungarn hat den Zuzug von Arbeitern aus Nicht-EU-Ländern eingeschränkt. Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar unterzeichnete eine entsprechende Regierungsverordnung, die im ungarischen Amtsblatt veröffentlicht wurde. Demnach sollen neue Aufenthaltsgenehmigungen unter der sogenannten Gastarbeiter-Regelung der Vorgängerregierung von Viktor Orbán mit sofortiger Wirkung nicht mehr erteilt werden. Magyar regiert seit dem 9. Mai, nachdem seine bürgerliche Tisza-Partei die Parlamentswahl am 12. April klar gewonnen hat. In Ungarn sind Schätzungen zufolge rund 90.000 Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern beschäftigt, das sind rund zwei Prozent der in Ungarn beschäftigten Menschen. Sie sind vor allem in der Akkumulator- und Kfz-Industrie, am Bau, als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und bei Lieferdiensten tätig. Die meisten von ihnen kommen aus den Philippinen, der Ukraine, China, Vietnam und Indien. Die Einschränkung des Zuzugs von sogenannten Gastarbeitern war ein Versprechen in Magyars Wahlkampf. Er begründete das damit, dass mehr Ungarn in Jobs kommen und die Unternehmen davon abgehalten werden sollten, die Löhne durch die Beschäftigung von Ausländern zu drücken. Industrie- und Arbeitgeberverbände wiesen wiederum darauf hin, dass in Ungarn in vielen Branchen Arbeitskräftemangel herrsche. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.