Datum06.06.2026 14:15
Quellewww.zeit.de
TLDRThüringen und der indische Bundesstaat Telangana haben eine fünfjährige Kooperationsvereinbarung mit Fokus auf Technologie und Fachkräfte geschlossen. Ministerpräsident Mario Voigt sieht darin große Chancen für beide Seiten, insbesondere in Optik, Laser, Raumfahrt, Halbleiter-, Biotechnologie und Medizintechnik. Thüringen könnte als Tor für indische Unternehmen zum europäischen Markt dienen. Die Kooperation wird durch das neue EU-Indien-Freihandelsabkommen erleichtert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Thüringen und Indien“. Lesen Sie jetzt „Voigt sieht große Chancen durch Kooperationen mit Indien“. Thüringen hat mit dem indischen Bundesstaat Telangana eine über fünf Jahre laufende Kooperationsvereinbarung getroffen. "Der Schwerpunkt liegt auf Technologie und Fachkräften", sagte Ministerpräsident Mario Voigt der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt zum Abschluss einer einwöchigen Reise durch Indien. "Wir sind das erste deutsche Bundesland, das mit der stark wachsenden Wirtschaftsregion eine solche Vereinbarung getroffen hat." Der CDU-Politiker zeigte sich mit den Ergebnissen der Reise, bei der er von einer Delegation mit 60 Thüringer Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung begleitet wurde, zufrieden. "Wir haben deutlich mehr erreicht, als ich erhofft hatte." Voigt sieht in Kooperationen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen sowie Institutionen der Aus- und Weiterbildung große Chancen für beide Seiten. Bereits in der kommenden Woche sollen beispielsweise Vertreter aus Indien in Thüringen empfangen werden, um Gespräche über Fachkräfte im medizinischen und Pflegebereich fortzusetzen. Auf wirtschaftlichem Gebiet sei es unter anderem darum gegangen, Thüringen als Technologiestandort vor allem für Optik, Laser, Raumfahrt- und Halbleitertechnik sowie Biotechnologie und Medizintechnik vorzustellen. Einige Unternehmen, darunter der Optik-Konzern Carl Zeiss, seien bereits in Indien vertreten. "Es gibt eine Reihe von wirtschaftlichen und technologischen Anknüpfungspunkten", sagte Voigt. Das habe unter anderem ein Gespräch mit der indischen Raumfahrtagentur gezeigt. Es sei während der Reise auch darüber gesprochen worden, dass Thüringen quasi als Tor für indische Unternehmen dienen könne, die sich den europäischen Markt erschließen wollen. Die Delegation hatte Neu-Delhi sowie Hyderabad, die Hauptstadt des Bundesstaats Telangana, und Bangalore besucht, um die Chancen auch für einen stärkeren Außenhandel auszuloten. Er habe sich mit fünf Ministern der indischen Regierung getroffen, so Voigt. Bei der Reise spielte das zu Jahresbeginn geschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien eine Rolle, das Importe und Exporte erleichtern soll. Indien gilt als einer der dynamischsten Wachstums- und Innovationsmärkte weltweit. © dpa-infocom, dpa:260606-930-182660/1