Datum06.06.2026 13:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRPapst Leo XIV. lernt heimlich Deutsch für einen möglichen Deutschlandbesuch. Er bestätigt Reisepläne, jedoch ohne konkreten Zeitplan. Tagsüber zu beschäftigt, übt er spät nachts. Leo XIV., der seit Mai 2023 Papst ist, spricht bereits Spanisch und war lange als Missionar in Peru tätig. Seine zehntägige Spanienreise umfasst Barcelona und die Kanaren, mit Gesprächen zu Themen wie Missbrauch und Migration.
InhaltLeo XIV. plant offenbar einen Besuch in Deutschland. Noch gibt es zwar keinen Termin, doch der Pontifex möchte sich darauf sprachlich einstellen. Üben kann er allerdings nur zu später Stunde. Für einen möglichen Deutschlandbesuch übt Papst Leo XIV. schon einmal die Sprache. "Ich lerne spät in der Nacht Deutsch, tagsüber habe ich praktisch keine Zeit dafür", sagte er am Samstag auf dem Flug nach Madrid der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Frage, ob er eine Reise nach Deutschland plane, bejahte der Papst – schränkte aber ein, die Vorbereitungen seien noch nicht mit einem konkreten Zeitplan verbunden. Zu verschiedenen Anlässen hatte der Papst bereits öffentlich Deutsch gesprochen. Am Freitag entschuldigte er sich bei einem Empfang deutscher Verbindungsstudierenden für sein verspätetes Erscheinen mit einem Hinweis auf deutsche Pünktlichkeit und fügte auf Deutsch hinzu: "Ich bin ein Ausländer." Am Samstagvormittag traf Leo XIV. zu einem sechstägigen Aufenthalt in Spanien ein. In Madrid begrüßten ihn König Felipe VI. und Königin Letizia. Anschließend war ein Empfang mit militärischen Ehren im Königspalast vorgesehen. Unter dem Motto "Erhebet den Blick" wird das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weltweit bei seiner Spanienreise auch Barcelona und die Kanarischen Inseln besuchen. Für den US-Amerikaner, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der katholischen Kirche steht, ist es der erste Besuch in einem größeren europäischen Land außerhalb Italiens. Leo war vor seiner Wahl zum Papst mehr als 25 Jahre in Peru als Missionar und Bischof tätig. Er spricht ausgezeichnet Spanisch. Große Beachtung finden dürfte die Segnung des Jesus-Turms der Basilika Sagrada Família in Barcelona am kommenden Mittwoch, dem 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí. Außerdem geplant sind Treffen mit Migranten aus Afrika. Der Vatikan hatte angekündigt, dass der Papst sich auch mit Opfern sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen treffen werde. Das hatten Opferverbände gefordert. Spaniens katholische Kirche hofft, dass sich durch den Besuch wieder mehr Menschen dem Glauben zuwenden. Während sich noch in den Siebzigerjahren fast 100 Prozent der Spanier zum Katholizismus bekannten, sind es heute nur noch etwas mehr als die Hälfte.